Es ist erst wenige Wochen her, da haben wir Pläne für das neue Jahr gemacht und das alte mit einem lauten Knall verabschiedet. Vielleicht war der Abschied aber auch leise und besinnlich. Ich konnte in 2025 auf viele Bewegungen und Errungenschaften hinab blicken. Insgesamt bin ich sehr stolz, obwohl ich nicht erreicht habe, was ich erreichen wollte. Sehr wertvoll für mich ist jedoch die Erkenntnis, über die 9 Dinge, die ich 2026 nicht mehr tun werde .
Lauter sinnvolle Ziele
Eines meiner dringendsten Ziele war mir die Veröffentlichung von drei Cozy Romances. Am Ende war es nur eine einzige Buchveröffentlichung, also mit der von letztem Jahr insgesamt zwei. Ich habe im Verlauf des Jahres bemerkt, dass ich für viele Entwicklungen noch nicht weit genug war, einige Schritte zurückgehen musste und mich hier und da zeitlich einfach verzettelt habe.
Privat war sehr vieles in Bewegung und ich musste meine Arbeit oft liegen lassen. Außerdem habe ich, obwohl ich schonmal eine Website mit Blog hatte, völlig unterschätzt was für ein großer Aufwand es für mich ist eine ebensolche ins Internet zu stellen. Mein alter Blog ist ganz entspannt über Jahre hinweg durch mehrere Themes und Interessen gewachsen. Bei diesem hier hatte ich ziemlich genaue optische und inhaltliche Vorstellungen und ich war rein technisch betrachtet, ganz schön aus dem Thema raus. Außerdem sollte er so schnell wie möglich fertig sein. Ich baute die Seite einmal falsch auf und musste die Arbeit von zwei ganzen Monaten nochmal machen. Zumindest den größeren Teil. Die Seite läuft immer noch nicht an allen Ecken und Enden ganz rund. Aber das Gröbste ist geschafft.
Und dann kommt es ohnehin alles anders
Ich habe fast sechs Monate gebraucht, bis ich eine Post-Routine für den Content gefunden habe, nachdem alle Seiten wieder online, und die Artikel neu hochgeladen waren. Und obwohl ich mir genügend größere Themen ausgesucht habe, über die ich schreibe, brauchen sie doch fast alle einen unbestimmten Rechercheaufwand, um zu entstehen. Bald habe ich bemerkt, dass ich einen Vorrat an Artikeln brauchte, wenn im wöchentlichen Post-Rhythmus bleiben wollte. Also habe ich im letzten Quartal von 2025 etwas mehr als 20 Artikel vorgeschrieben, für den Fall das mein Leben wieder über mir einbricht. (Dieser Artikel hier ist zum Beispiel einer davon.)
Außerdem hatte ich mich erneut dazu hinreißen lassen an einer Ausschreibung teilzunehmen. Es war eine Erfahrung wert, aber zukünftig werde ich das an Zeit, was ich habe, in meinen Content, meine Illus und meine Bücher stecken.
Damit sind wir also schon so ziemlich bei den Dingen, die ich in 2026 nicht mehr tun werde.
9 Dinge, die ich 2026 nicht mehr tun werde
- Nicht mehr ohne vorgeplanten Content ins Jahr starten. Mir stehen, wie oben erwähnt, inzwischen etwas mehr als 20 vorgeplante Artikel zur Verfügung. Sie sind fertig zur Veröffentlichung. Ich habe vor, diese Zahl konsequent beizubehalten. Denn obwohl ich ein gewisses Pensum an Arbeitsstunden fast jede Woche für meine Ziele ableisten kann, ist das Leben in einer Familie doch ein konsequentes auf und ab. Das Leben ist einfach unberechenbar und ich bin gerade das zweite Mal sehr froh, dass ich bereits auf die fertigen Artikel zurückgreifen konnte. Zwar kann ich sie nicht immer sofort mit einer passenden Grafik versehen, aber das hole ich dann nach.
- Keinen Stress mehr wegen SoMe machen. Ich werde sicher irgendwas bei SoMe machen, weil ich es mir einfach nicht vorstellen kann, dort nicht präsent zu sein. Aber ich werde mich parallel auch mit anderen Werbemaßnahmen auseinandersetzen.
- Weniger vornehmen. Mein Geltungsbedürfnis ist recht hoch, was das Erledigen von massig To-Dos angeht. Ich möchte hier an meinem Mind-Set arbeiten und genügsamer werden.
- Die Dinge aussortieren, die mich belasten. Und in Bezug auf Punkt 3, möchte ich natürlich als Erstes die Dinge aussortieren, die mir nicht guttun, die ich aber aus völlig sadistischen Gründen irgendwie nicht loslassen kann.
- Ständig Ja sagen. Hilft kein Weg drum herum. Ich werde vermutlich meinem Mann eine Liste an Hilfsanfragen aufschreiben, die er mir vorlesen muss, damit ich aktiv üben kann nein zu sagen. 😀
- Meine Energie nicht mehr für andere Menschen aufwenden und stattdessen mehr Zeit für mich einplanen. Die meisten meiner Projekte hinken so weit hinterher, weil ich nicht aufhöre, die Bedürfnisse anderer vor meine eigenen zu stellen.
- Wieder viel mehr meditieren. Nachdem ich drei Jahre lang fast durchgängig meditiert habe und es in 2025 fast gar nicht praktiziert habe, fehlt es mir allmählich und ich frage mich, ob ich nicht dem einen oder anderen Konflikt hätte aus dem Weg gehen können, wenn ich noch täglich meditiert hätte. Darum und weil es total angenehm ist, werde ich es wieder täglich tun.
- Die priorisierten Projekte mit Zeit und Ruhe angehen und ihnen so viel Aufmerksamkeit widmen wir sie brauchen, bis sie beendet sind. Rast du auch, wie ich, immer husch husch durch deine To-Do-Liste? Schnell so viel wie möglich schaffen? Da ich in der zweiten Jahreshälfte von 2025 gezwungen war auf mein Lektorat zu warten, und eben nicht noch schnell zwei Romane überarbeiten und veröffentlichen konnte, habe ich mich zurückgelehnt und stattdessen mein Märchenprojekt in Ruhe beendet, mir Zeit für das Bloggen genommen und mein Fantasy-Projekt von 2024 wieder ausgegraben und in Ruhe durchgelesen. Es hat sich so gut angefühlt, diesen Dingen die notwendige Zeit zu geben und sie ganz in Ruhe zu betrachten. Die Entscheidungen, die ich im Schreibprozess getroffen habe, waren gut durchdacht und ich war mit den Ergebnissen sehr zufrieden.
Ich bin froh, dass es zu dieser Erfahrung kam, normalerweise hätte ich nämlich einfach meine Projekte hurtig erledigt und wäre zum nächsten weiter gesprungen. Das hier fühlt sich besser an. - Von all den Dingen, die alle anderen machen, mache ich nur das, was wirklich zu mir und meinem Workflow passt.
Auch dieser Punkt führt mich wie ein Großteil der anderen auf dieser Liste zu einem meiner Kernprobleme: Wenig Zeit für mich und meine Präferenzen führen meist vom Mainstream weg.
Ich denke, zwischen den Zeilen lässt sich deutlich erkennen, dass sich diese Entwicklung durch die zweite Jahreshälfte gezogen hatte. Zwar war ich 2025 auch mit dem Vorsatz gestartet, nicht mehr zu viel Stress zu haben, aber was das im Einzelnen bedeutete, ist mir erst situationsbedingt aufgefallen. Und zu vielen Aktivitäten, die ich mit mir herum getragen habe, fehlte mir eine emotionale Distanz, die erst einmal aufgebaut werden musste, nachdem klar war, ich kann sie nicht länger tragen. Diese Distanz baute sich bei mir nicht über Nacht auf, es hat eine Weile gebraucht.
Fakt ist, ich werde nicht jünger. Und der Hustle, der andere Menschen begleitet ist ihrer und nicht meiner. Mein Leben sieht anders aus, es stellt andere Anforderungen und zu guter Letzt gibt es da auch noch diesen Hang zum Pragmatismus, den ich bis hierhin gehegt und gepflegt habe. Den schätze ich sehr.



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