Heute war es etwas schwieriger, den Anfang zu finden. Unser Alltag ist noch von der Verarbeitung der jüngsten Ereignisse geprägt und ich kann diesen Tag bis 16 Uhr eigentlich nur als „Family-Interruption-Day“ bezeichnen, wie ich es in meiner heutigen Mastermind-Sitzung zu erklären versuchte. Nicht nur, dass die Familie viel Zeit beansprucht hat, ich selbst wollte auch jede Gelegenheit wahrnehmen, mit meinem Mann und den Kindern Zeit zu verbringen. Aber ich habe die Zeit gefunden, zwischendurch und auch noch später.
Was ist mein Autorinnenalltag?
Einmal im Monat nehme ich mir einen Tag Zeit, um einfach nur Autorinnendinge zu tun. In meinem ersten Autorinnenalltag habe ich zehntausend Wörter an einem Tag geschrieben und damit meine NL-Geschichte fertig gestellt. Im zweiten habe ich in Ruhe beinahe den kompletten Plot für das zweite Märchenprojekt erstellt. Heute habe ich nach anfänglichen Schwierigkeiten anderthalb Bearbeitungsrunden in der Newsletter-Geschichte geschafft.
Ich lege diesen Tag auf den zweiten Samstag des Monats, da ich die Möglichkeit habe wirklich viel Zeit am Stück an meinen Projekten zu arbeiten. Gerade wenn ich viel Text erstellen oder überarbeiten möchte, brauche ich mehrere Stunden am Tag, an denen ich mich zurückziehen und nur darauf konzentrieren kann. Im Familienalltag ist diese Zeitspanne oft nicht gegeben. Manche Entwicklungen in der Handlung erstrecken sich über mehrere Tausend Wörter und es ist müßig jeden Tag nur ein zehntel davon zu schaffen, dann rausgerissen zu werden und am nächsten Tag weiter zu machen. Dadurch, dass mein Mann und ich uns nun auf jeden zweiten Samstag geeinigt haben, planen wir entsprechend und mein Mann hält mir den Rücken frei.
Es fühlt sich gut an einen ganzen Tag diesen Tätigkeiten zu widmen. Ich fühle mich dabei, wie eine fleißige Autorin und stelle mir, ich lebe meinen Autorinnen-Traum bereits vor.
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Und los gehts!
7:45 Uhr: Ich sitze an meinem Schreibtisch und suche den Social-Media Post von gestern, der eigentlich längst online sein sollte. Nach längerem Suchen stellt sich heraus, ich hatte die Bearbeitung abgebrochen, die fertige Grafik einfach abgespeichert und hatte dann vorgestern den Arbeitstag beendet, ohne den Post zu planen. Tja. Also habe ich das Posten als erste Tagespflicht für heute erledigt. Ich wollte die Arbeit für eine kurze Einkaufsrunde unterbrechen und anschließend weitermachen. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich noch, ich würde spätestens in zwei Stunden wieder an den Schreibtisch zurückkehren.
10:21 Uhr: Mein Mann und ich sind aus dem Baumarkt zurück. Wir wollten eigentlich nur ein paar Frühjahrsblüher für eine bestimmte Stelle im Beet draußen organisieren. Am Ende waren wir, wie fast immer, nochmal im Supermarkt hängen geblieben, haben dies und das gekauft und als wir zu Hause ankamen, warteten die hungrigen Kinder schon auf uns und wollten helfen, das Frühstück aufzudecken. Also blieb ich gleich unten.
Textschnipsel
„Und richtig angezogen ist sie auch nicht“, kommentierte er und trat ein, um mir aufzuhelfen.
„Lass mich, du Flegel!“ Ich brauchte jetzt echt nicht von dem nervtötenden neunmalklugen Bruder meiner besten Freundin aufgezogen zu werden.
„Kannst du aufstehen?“, fragte er und ignorierte sowohl meinen Tonfall, als auch meine abwehrenden Hände.(Ausschnitt aus der Überarbeitungsphase der Newsletter-Geschichte)
12:05 Uhr: Ich bin wieder am Schreibtisch gelandet. Anfangs habe ich versucht, weiter im Märchenprojekt zu schreiben. Mir schwebten für heute sechs- bis zehntausend neue Wörter in der Geschichte vor, aber die Familie war heute unruhig. Mein Mann rödelte neben mir an seinem Computer herum. Sohn zwei half dabei, Sohn eins kam neugierig dazu. Dann tingelte die ganze Gesellschaft wieder nach unten und kommunizierte mit mir über die zwei Stockwerke, ob es Zeit für Gartenarbeit war oder nicht und wenn ja für wen. Als es endlich ruhig war, entschied ich mich, umzuschwenken und die Kurzgeschichte für die Newsletter-Abonnenten zu überarbeiten. Es war eh an der Zeit dafür und die Überarbeitung der Geschichte sollte nicht ganz so viel Konzentration benötigen.
13:06 Uhr: Natürlich taucht auch noch mein Vater auf. Wir unterbrechen für eine gemütliche Kuchenzeit und einen kleinen Plausch. Mir war während des Gesprächs wieder eingefallen, dass ich unbedingt dieses Wochenende die Himbeerbüsche runter schneiden und mich um das zwischen den Büschen aufkeimende Unkraut kümmern wollte. Und da mein Mann und Sohn 2 gerade Äste für meinen Vater häckselten, unterbrach ich meine Arbeit also gleich länger und kümmerte mich darum.
Meine Grünwunderlandreihe ist eigentlich eine New-Adult-Reihe. Die Protonisten sind zwischen 22 und 30 Jahren alt. Die Newsletter-Geschichte spielt jedoch vor den Ereignissen der Reihe und behandelt den Background zweier Nebencharaktere, die in jedem Band auftauchen. Darum bewegen wir uns ein klitzekleines Bisschen in die Young-Adult-Richtung. Aber nur ein bisschen.
14:07 Uhr: Wir brechen zu einem kurzen Familienausflug auf und stürmen zu viert ein Elektronik-Fachgeschäft, einen Supermarkt und eine Drogerie.
16:23 Uhr: Inzwischen habe ich wirklich mehrmals darüber nachgedacht, den Autorinnentag heute abzubrechen. 🙈 Aber ich will ihn hinter mich bringen. Ich will morgen aufwachen und wissen: Ich habe es getan! Heute ist ohnehin am Abend Mastermind-Meeting, da bleibe ich immer lange wach. Und obendrein ist mein Mann heute die halbe Nacht unterwegs und macht Fahrdienst. Im Prinzip kann ich noch fast acht Stunden schaffen. Also los!
19:15 Uhr: Nach einer kurzen Unterbrechung für das Abendessen wird weiter überarbeitet.
20:00 Uhr: Zeit für das Mastermind-Meeting. Wir hatten viel Spaß und haben so ziemlich jedes Thema aus der Buchszene aufgegriffen. Vor allem haben wir über Spiceszenen gesprochen, und darüber, dass es manchmal schwer zu begreifen ist, wie die Protagonisten einige Schilderungen körperlich organisiert bekommen. 🤭 Eine meiner Kolleginnen sprach die Empfehlung aus, sich zwei Künstlerpuppen zu organisieren, um sicher zu gehen, dass menschliche Körper zu den erdachten Stellungen überhaupt fähig sind. 🤪
Textschnipsel:
„Wenn du nur einen Hauch der Leidenschaft, die du fürs Keksebacken empfindest, für Mathematik aufbringen könntest, würdest du den Jahrgang ohne Probleme schaffen.“ Ben grinste mich auffordernd an.
„Du sollst nicht immer so rumsticheln.“ Ich streckte ihm, ein weiteres Mal ganz erwachsen meine Zunge heraus.(Ausschnitt aus der Überarbeitungsphase der Newsletter-Geschichte)
22:05 Uhr: Die erste Überarbeitungsrunde der Newslettergeschichte ist beendet. Ich kümmere mich noch kurz um die Formatierung.
23:18 Uhr: Upsi. Ganz vergessen, dass ich diesen Beitrag heute noch veröffentlichen wollte. Zum Glück habe ich ihn schon längst angelegt …
23:59 Uhr: Fertig. Mein Mann ist längst unterwegs und ich bin noch wach. Also kümmere ich mich jetzt um die zweite Überarbeitungsrunde der Geschichte, denn die Erinnerungen an das Gelesene sind noch frisch und es gibt noch einige Unstimmigkeiten die mir erst nach der gesamten Lektüre aufgefallen sind. Ich habe effektiv rund acht Stunden am Computer gesessen. Morgen werde ich ausschlafen und den Sonntag ganz in Ruhe genießen.
Textschnipsel:
Er presste die Kiefer aufeinander und zog die Hand von meinem Bein. „Nein, habe ich nicht. Man muss nicht immer über jede Entscheidung nachdenken.“
„Doch, genau das ist wichtig.“ Ich setzte mich wieder aufrecht hin.(Ausschnitt aus der Überarbeitungsphase der Newsletter-Geschichte)
Das war mein Autorinnenalltag für heute. Wenn du auch einen Autorinnenalltag oder Autorenalltag hinterlassen möchtest, verlinke ihn in gern den Kommentaren. 🧡












