Autorinnen-Alltag: 10-K-Day

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Gestern Abend war ich mir noch ganz sicher, dass ich dies hier nicht durchziehen würde. Ich war absolut dagegen. Unter anderem weil ich schon die übrigen Tage dieser Woche sehr viel Zeit am Schreibtisch verbracht habe. Tja. Nun bin ich doch hier und schreibe mich durch meinen 10-K-Day. Es ist mein erster dieses Jahr und dieser Artikel ist mein erster Autorinnenalltags-Artikel, der den 10-K-Day dokumentiert.

Was ist ein 10-K-Day?

Das ist ein Tag, an dem man sich die Zeit nimmt, zehntausend Wörter in einem Rutsch zu schreiben. Die „10“ steht für 10, das „K“ steht für tausend und „Day“ für Tag.

Wann genau die Idee dazu entstanden ist, weiß ich nicht. Zumindest ist mir mein erster 10-K-Day vor fünf Jahren untergekommen und seitdem liebe ich die Idee dahinter. (Ja, mehr als den Nano-Wri-Mo)

Man kann sich für jeweils tausend Wörter rund eine Stunde Zeit einplanen. Also zehn Stunden für zehntausend.

In machen Fällen, wenn man nicht allein lebt und andere Verpflichtungen hat, ist es wichtig, sich den Tag entsprechend einzuplanen und Fragen wie: Was esse ich?; wann mache ich den Haushalt?; wer versorgt eventuell vorhandene Kinder oder Haustiere?; etc. im Vorwege zu stellen und entsprechend vorzubereiten oder zu delegieren.

Ob man sich dazu entschließt, die zehntausend Wörter zu schreiben, oder nur die Hälfte oder die Zeit für ein Lektorat oder eine Überarbeitung zu nutzen, das bleibt jedem selbst überlassen. Wichtig ist, Pausen einzuplanen. Also möglicherweise sind dann doch eher elf bis zwölf Stunden in der Planung sinnvoller.

Andere Begriffe für den 10-K-Day: 10000-Wörter-Tag, 10-K-Tag.

10-K-Gruppen

Oft genug gibt es das Angebot einen 10-K-Day in Begleitung einer Gruppe zu absolvieren. Aufrufe dazu gibt es auf Social Media.

In der Gruppe kann der Gruppenzwang sehr hilfreich sein einen adäquaten Wordcount zu erreichen. Manch einen hemmt dieser jedoch auch. Da hilft nur ausprobieren.

Mein 10-K-Day

  • Als ich heute früh wieder erwarten um ca. 6:20 Uhr wach war, und ich eine Weile durchs Untergeschoss wankte, um die pelzigen Vierbeiner zu versorgen kam ich schlussendlich am Schreibtisch vorbei und entschied kurzer Hand den Rechner zu starten und einfach anzufangen. Ich hatte vorübergehend wirklich Lust auf mehrere Stunden schreiben.
  • Nach den ersten 700 Wörtern hatte ich meine ehemalige Schreib-Buddy über mein Vorhaben informiert und bin erstmal wieder zurück ins Bett. Die anfängliche Begeisterung war der nicht ganz getilgten Müdigkeit gewichen. Schreib-Buddy reagierte nicht auf den 10-K-Day. Upsi.
  • Gegen halbsieben wurde mir klar, dass ich eingeschlafen war. Wie schnell sein solch ein Gedanke wieder dazu führt, dass man wach wird. Müde, aber neu motiviert, stand ich also auf und ging zurück an den Schreibtisch.
  • Nächste Unterbrechung: 9 Uhr. Ich hatte Hunger und brauchte meinen Kaffee.
  • Gegen zwanzig nach neun kehrte ich dann mit einer kleinen Schüssel Haferflocken und meinem ersten und einzigen Kaffee für heute wieder zurück. In den vergangenen zwanzig Minuten hatte ich eine Dusch- und Wäsche-Pause hinter mich gebracht, mit Aussicht auf ein größeres Frühstück in eineinhalb Stunden und noch mehr Wäsche in zweieinhalb Stunden. Yeah.

    (Nicht, dass ich nicht hier am Schreibtisch sitzen wollte. Die Straßen draußen sind glatt, es ist unheimlich kalt (zwar nur -1°, aber es werden -10° erwartet. Wer weiß, ab wann es so weit sein wird?). Unsere Besucher für heute haben sich wegen heftiger Schneewarnung abgemeldet, wir haben wegen der Katastrophenwarnung längst eingekauft und mich kriegen sicher keine zehn Drachen aus dem Haus. Also, alles gut.)
Man hätte auch schon früher ein Foto machen können. Natürlich. Der grüne Balken ist die Wortzahl, die im täglichen Zielbereich liegt. Der dunkelblaue Balken zeigt alles an, was darüber hinausgeht. Der dunkle Balken sollte also heute Abend logischerweise viel länger sein, als der Grüne.
  • Wir machen bei 2470 Wörtern weiter.
  • Immer noch müde. Aber die Geschichte nimmt Fahrt auf.
  • Man könnte auch einfach durchschreiben. Es gäbe sogar eine Funktion im Programm dafür. Aber ich war natürlich zu bequem, um einen Tag lang mal in einer anderen Ansicht zu schreiben. Aus diesem Grund unterbrach ich ständig den Schreibfluss, um unsinnige Korrekturen vorzunehmen, weil das Programm sie natürlich umgehend aufzeigt. Also. Hop ab, in den Schreibfokus. Korrekturen kommen nachträglich.

    (Und natürlich unterbreche ich den Schreibfluss auch dauernd, um in diesem Dokument hier Notizen zu sammeln, fällt mir ein. Man könnte sich das Leben ja auch leichter machen.)
Das Frühstück kam dann sehr passend zur Halbzeit.
  • 5076 Wörter. Halbzeit also. Es geht runter zum Frühstück. Vermutlich dauert es dann doch bis mindestens fünfzehn Uhr, denn es ist bereits nach elf.
  • Etwa eine Stunde später, sitze ich hier endlich wieder. Samstagsfrühstück eben, das dauert immer. Und obendrein war heute noch ein ganzes Huhn für den Ofen vorzubereiten. Das war mal Neuland für uns und mein Mann wollte sich der Herausforderung nicht allein stellen.
  • Also auf die nächsten 4824. Es ist 12:19 Uhr.
  • 12:36 Uhr. Wenn die Familie unten aktiv ist, ist es schwer mit der Konzentration. Die Zimmertür geht jetzt zu.
  • 12:46 Uhr. Die geschlossene Tür hilft nur bedingt. Mein Sohn pfeift unten im Wohnzimmer stille Nacht, heilige Nacht. Weihnachten liegt drei Wochen hinter uns und niemand in diesem Haus hat Weihnachtslieder gesungen. Aber heute. Und er kann echt laut pfeifen.
  • Memo an mich: Die Schreibfokus-Funktion ist echt super.
  • Müde ab 8207 Wörtern. Sehr müde ab Wort 8455. Durchziehen oder Pause? Es sind nur noch 1645 Wörter.
  • Kompromiss: Runter gehen und meinen Mann mit meiner Müdigkeit behelligen.
  • Nach einer kurzen Stärkung und einem zuckerhaltigen Getränk bin ich um 14:33 Uhr wieder da. Die Heulerei wegen der Müdigkeit war gegen 14:17 Uhr. Zum Glück habe ich meinen Mann sogar via Handy vollgeheult, da gibt es dann einen Zeitstempel.

Warum ich die 10k Wörter aktuell lieber allein schreibe?

Es gibt genug Autoren, die regelmäßig 10-K-Days anbieten. Ja, ich könnte mich einfach einklinken. Ich habe schon viele 10-k-Days mitgemacht und es ist auch total nett, mit anderen Autoren zusammen dem Schreibsport zu verfallen. Coworking ist etwas, das ich sehr schätzen gelernt habe.

Die letzten Male hab ich es jedoch nicht geschafft mitzumachen, wenn ein Termin angesetzt war, weil ich schon anderweitig verplant war, oder ich war an jenem Tag so müde, dass ich nach ein bis zwei Stunden aufgeben musste. Oft kommt mein Schreiben erst später auf Hochtouren, weil ich mich meist nicht inhaltlich auf das Schreiben vorbereiten kann. Ich muss mich dann erst einlesen, wieder ein Gefühl für den Text bekommen und wenn dann in den ersten drei Stunden die hohen Wortzahlen von anderen Teilnehmenden gerissen werden, fühle ich mich unter Druck gesetzt. Ich versuche, mich an die zeitlich gesetzten Rahmen zu halten, die für mich oft nicht passen. Weil ich auch ohne Probleme neunzig Minuten durchschreibe, aber dann eine längere Pause brauche. Andererseits fahre ich dann später ziemlich schnell hohe Wortzahlen auf, und dadurch fühlen sich dann andere verunsichert und das tut mir leid. Hach, Zwickmühle!

Diese Dokumentation zeigt so wunderbar, dass ich an einem 10-K-Day nur selten zehn Stunden am Stück am Rechner sitze. Meist brauche ich mehrere Stunden Pausen zwischendurch. Das ist bei mir eben so. Macht nichts, die Hauptsache ist ja, es funktioniert und oft brauche ich dadurch insgesamt länger als zehn Stunden.

Es sollte sich einfach jeder Schreibende so einrichten, wie es für sie oder ihn am besten passt. (Ja, ich ticke in dieser Hinsicht genauso merkwürdig, wie beim NaNoWriMo.)

  • 15:54 Die Newsletter-Story-Rohfassung ist beendet. Der 10-K-Day endet mit 10638 Wörtern und die Newsletter-Geschichte mit 25.073. Allerdings werden da noch sehr viele Wörter hin und her geschoben, gelöscht und wieder angefügt. Jiiihaaa! Damit habe ich eines der ersten wichtigsten To-Dos für 2026 erledigt. Und mit der Dokumentation durch diesen Artikel gleich noch ein Zweites. Denn ich hatte mir vorgenommen dieses Jahr wenigstens einmal auszuprobieren einen 10-K-Tag durchzuziehen und ihn währenddessen und hinterher durch einen Blogartikel zu dokumentieren und diesen anschließend hochzuladen.

Mein anderes Vorhaben für dieses Jahr (es ist dann in meiner Quartalsplanung demnächst nachzulesen) hinkt leider etwas hinterher: Das tägliche Schreiben. Ich wollte bis heute mindestens vierzigtausend Wörter zusammen haben und jeden Tag schreiben. Aber die zweiundzwanzigtausend bisher erreichten sind auch okay. Ich kann immer noch nicht wieder früh genug aufstehen und dadurch verfange ich mich dann immer wieder in anderen To-Dos, die später am Tag meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Daran arbeite ich also nach wie vor, vor mich hin.

Unterm Strich bin ich zufrieden.

Wie geht es jetzt weiter?

Ab morgen kann ich das Outlining einer neuen Geschichte beginnen: Es wird ein ganz neues Abenteuer, eine Idee, die ich noch nicht Ewigkeiten mit mir herumschleppe, sondern erst anderthalb Jahre und zu der erst eine einzige Frage existiert. Ich freue mich total auf dieses Projekt. Alles daran wird neu werden. Bloß das Worldbuilding existiert schon, nämlich meine Fantasywelt. Und klar, damit steht das Genre logischerweise auch schon fest: Fantasy Romance, Romantasy oder Märchen. Ach na gut, es steht noch nicht zu hundert Prozent fest. Aber fast.

Diese Geschichte bleibt nun ein paar Tage, bis Wochen liegen. Dann fange ich an sie zu überarbeiten, dann kommt sie zu Testlesern usw. Bald wird sie zu lesen sein.

Ich hoffe du kannst es erkennen. Das ist die Tabelle, in der ich meine täglich geschriebenen Wörter zähle. Wie du siehst sind schon mal ein paar Tage leer ausgegangen. Aber insgesamt liege ich noch im angepeilten Pensum.

So schließe ich also meinen persönlichen 10-K-Day nach grob zehn einhalb Stunden, in denen ich insgesamt ca. zwei Stunden Pause zwischendurch gehalten habe und die ersten zweitausend Wörter fast vier Stunden brauchten, mit 10638 Wörtern.

Schreibziel übertroffen, sowohl das Heutige, als auch das Gesamte. Aber da wird noch viel verändert werden. Und siehe da: Es gibt nun nur noch dunkelblaue Balken!

Und sobald dieser Artikel hochgeladen ist, werde ich es mir mit meiner aktuellen Lektüre auf dem Sofa gemütlich machen.

Wer schreibt hier?

Illa Sabin

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Hi, ich bin Illa, Autorin, Leserin, Illustratorin und kreativer Kopf hinter diesem Blog. Eine Aufzählung, die nach ADHS klingt? Nein, nein, ich nenne das Leidenschaft! Schnapp dir ein Heißgetränk deiner Wahl, komm hier rüber und erfahre mehr über mich! 

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