Wir alle tragen sie uns: diese ganz persönlichen Lieblingsmotive, die beinahe wie von selbst aufs Blatt hinauswollen. In diesem stillen Moment, wen wir mit einem Stift vor einem leeren Block sitzen – da fließen vertraute Formen auf das Papier.
Bei mir waren es früher oft schlichte Blumen oder Augen, von denen ich regelrecht fasziniert war. Auch wenn ich heute seltener einfach nur gedankenverloren vor mich hinkritzele, haben sich bis hierhin ganz bestimmte Vorlieben verankert. Ob sie bleiben werden, kann niemand sagen. Kreativität ist immer im Fluss und so soll es sein.
Das künstlerische Können oder: Was kann ich überhaupt aufs Papier bringen
Bestimmt hängt es auch damit zusammen, wie stark ausgeprägt das künstlerische Können ist, dass unsere Motive beeinflusst. Anfangs war ich nur in wenigen Formen sicher, also sind diese vorrangig aufs Papier gekommen. Das kennst du sicher. Mit genügend Geduld und Zeit kann man das visuelle Gedächtnis schulen und erweitert so das Repertoire an Formen, die sich leicht umsetzen lassen. Anstatt immer nur das gleiche unbeholfene Blümchen aufs Blatt zu setzen, bin ich den nächsten logischen Schritt gegangen und habe zahlreiche Blumen von Fotos abgemalt oder direkt aus der Natur skizziert. Dabei bin ich so genau wie möglich vorgegangen. Das bedeutet jedoch nicht, dass ich perfekte Umsetzungen hinter mich gebracht habe. Der Weg war lang und steinig und meine Ergebnisse mitunter unglaublich frustrierend. Aber das ist Teil des Prozesses, man muss sich den Raum geben schlechte Arbeit zu leisten und viele Fehler zu machen. Mit der Zeit wurden die Ergebnisse in meinen Zeichnungen erträglicher bis sehr gut.
Es ging mir nicht darum ein fotorealistisches Ergebnis zu erzielen. Mir war wichtig, zu erfahren, wo die einzelnen Pflanzenbestandteile liegen, wie ich sie am sinnvollsten wiedergebe und wie ich von der Natur abweichen kann, wenn das Gesehene nur schwer umzusetzen war.
Später bin ich in der Genauigkeit wieder zurückgegangen, als ich mich lange Zeit damit beschäftigte einen Stil für Kinderbuch-Illustrationen zu entwickeln. Mir ist es am Anfang tatsächlich nicht leicht gefallen, vereinfacht zu malen. Ich habe eine Weile gebraucht, um mich einzufinden. Aber inzwischen habe ich einen Stil aus dem detaillierten Kopieren der Realität und dem vereinfachten Malen entwickelt, mit dem ich mich wohlfühle und in dem ich meine eigenen Illustrations-Ideen relativ schnell umsetzen kann.
Blumen und Bücher
Am liebsten male ich Dinge, die andere aufheitern. Dadurch sind vor allem Blumen ein dauerhaftes Motiv geblieben. Und es macht mir immer noch sehr viel Spaß, Pflanzen allgemein bis ins kleinste Detail zu erkunden.
Aber ich finde auch den anhaltenden Trend super, in dem jedem Gegenstand ein lachendes Gesicht aufgemalt wird. So ein paar lachende und fröhlich motivierte Küchengeräte sind doch einfach niedlich oder nicht?
Für meinen Blog bringe ich aktuell immer wieder Bücher auf das Grafiktablett. Sie drängen sich in meinen Blogkategorien sozusagen auf. 😊 Ich sollte allmählich einen Schritt weitergehen und Bokstagram-Bücherregale malen. 🤔
Tee- und Kaffeebecher ☕
Haushaltsgeräte und Geschirr, so wie Essen im Allgemeinen zu zeichnen finde ich schon ziemlich witzig. Aber Tee- und Kaffeebecher haben noch einmal eine besondere Erwähnung verdient. Ich male sie wirklich oft. Beinahe jede zweite Illustration für den Blog enthält einen Tee- oder Kaffeebecher.
Weil sie Stimmung erzeugen. So eine dampfende Tasse mit einem köstlichen warmen Getränk ist cozy und entspannt. Mal ehrlich mit einem schönen Kaffee Latte oder einem schmeichelnden grünen Tee in der Hand sieht die Welt doch gleich viel freundlicher aus. Allein schon der Gedanke an ein solches Motiv lässt mir den Bauch warm werden.
Arbeitsplätze
Die Tee- bzw. Kaffeebecher sind in meinen Illus oft Bestandteile eines Arbeitsplatzes. Als ich anfing meine Illustrationen für den Blog zu malen, hatte ich nicht damit gerechnet, aber ich schreibe nun doch viele Artikel über das Bloggen und die Arbeit an meinen Werken. Dadurch brauche ich nun öfter Arbeitsplatz-Bilder.
Sie sind tatsächlich recht einfach anzufertigen und ich liebe es, ihnen einen gemütlichen Touch zu geben. Man hält sich nun mal sehr lange an einem Arbeitsplatz auf und da braucht es einfach das eine oder andere glückliche Pflänzchen und den obligatorischen dampfenden Teebecher. (Oder Kaffeebecher natürlich.)
Tiere
Es gibt kaum eine gleichzeitig dankbarere und auch undankbarere Aufgabe, als das Zeichnen von Tieren. Sie sind so cute, so knuffig, so flauschig und einfach so niedlich! Aber auf der anderen Seite haben sie Federn, Fell, lauter Haare und das alles in so vielen Schattierungen! Uff.
Tiere zu malen ist ein stetiger Lernprozess für mich. Jede Hunderasse hat anderes Fell, jeder Vogel andere Federn. Und wir reden noch gar nicht über die Farbvielfalt! Dadurch stellt sich mir im Moment noch vor jeder Tier-Illustration die Frage: Wie stelle ich das dar? Wie genau kann ich es umsetzen? Ist eine genaue Umsetzung möglich? Was muss ich vereifnachen? Wie viel Zeit, will ich mit dem Bild verbringen und welcher Zweck steht dahinter?
Das Resultat sollte immer ein Bild sein, das zum Schmunzeln bringt.
Da mein Mann begeistert unsere Haustiere und die unser Grundstück und unsere Spaziergänge kreuzende Fauna der Umgebung fotografiert habe ich eine Unmenge an Bildvorräten, die ich umsetzen kann. (Eichhörnchenbild)
Selbstporträts
Manchmal sind da Themen, die uns über lange Zeit hinweg begleiten, bis der richtige Moment auf einmal leise an die Tür klopft. Für mich ist es das Porträt-Zeichen. Lange Zeit habe ich es immer wieder auf Krampf versucht, voranzukommen, gleich alles perfekt hinzukriegen, habe dann jedoch immer wieder frustriert aufgegeben.
Trotzdem hat mein Vergangenheits-Ich sich immer wieder in schillerndsten Farben ausgemalt, dass ich solche Arbeiten irgendwann mal für Kunden anbiete. Nun. Den Skill dazu habe ich mir noch nicht ganz erarbeiten können. Vor allem lag es daran, dass ich mir immer eingeredet habe, ich hätte keine Zeit, mich in diesem Gebiet weiterzuentwickeln. Ende 2025 habe ich den YouTube-Kanal von Scott Herbert Art entdeckt. Scott malt seit über zwei Jahren jeden Tag, so lange bis er es irgendwann mal satt haben wird. Das macht er live auf YouTube. Leider bin ich um diese Uhrzeit nie wach, aber das macht nichts. Mich haben seine Videos sehr dazu inspiriert, die Verantwortung für meine Zukunft in die Hand zu nehmen und das Porträt-Malen zu erlernen.
Im Prinzip ist es einfach: Ich mache jeden Monat ein Foto von mir, erzeuge daraus ein illustriertes Porträt und nutze dieses für meinen Monatsrückblick. Zwei Selbstporträts sind dadurch bereits entstanden.
Eigentlich war der Plan nun jeden Tag Zeit, für das Illustrieren zu finden, doch am Ende stoße ich wirklich an zeitliche Grenzen. Mit diesem Vorhaben habe ich nun alle vorhandenen Freiräume ausgereizt. Aber es ist okay, ich entwickele mich weiter, und das in einem Tempo, das für mich in Ordnung ist. Nicht zu schnell, als das ich mich unwohl fühle, aber trotzdem schnell genug, um Ergebnisse zu erkennen.
Karten
Von meinem Vater habe ich einen Dauerauftrag für Geburtstags- und Weihnachtskarten für unsere Familienmitglieder erhalten. So entwerfe ich über das Jahr hinweg einen ganzen Schwung mal mehr, mal weniger individuell gestaltete Karten und drucke sie an meinem Drucker aus. Das ist eine schöne Übung, und es macht Spaß, mir den persönlichen Neigungen und der Charakteristika der Familienmitglieder entsprechend Motive auszudenken. Ich habe mich hierfür bereits weit von meinen favorisierten Motiven wegbewegt und Dinge gemalt, die ich sonst nicht malen würde: Fußbälle, Sektflaschen, etliche Luftballons, Dino-Fußabdrücke, Whisky, Rentierschlitten, Lebkuchenmännchen … Dadurch erweitert sich meine persönliche visuelle Bibliothek beständig und das kommt mir sehr entgegen.
Handlettering
Ich hatte mir vor einem Jahr einen umfangreichen Handlettering-Online-Kurs gekauft, ihn jedoch nur zu fünf Prozent durchgearbeitet. Trotzdem hat mich dieser Kurs sehr dazu inspiriert, mein Schriftbild als Teil der Kunst zu betrachten. Auch wenn es für mich bis dahin absolut ungewohnt war, Handschrift über das Grafiktablett zu erzeugen. Aber es ist möglich und mit Übung sieht es sogar einigermaßen aus. Es gibt hier noch sehr viel zu lernen und zu entdecken.
Das war ein kleiner Einblick in die Motive, die mich zur Zeit begleiten, meinen Alltag ein wenig bunter gestalten. Wenn du Lust hast, noch tiefer in meine Bilderwelt einzutauchen, findest du hier eine Übersicht meiner bisherigen Projekte, die ich dir in meinem Portfolio zusammengestellt habe.









