Du betrachtest gerade Wie schaffe ich es, mich an Tagen zu motivieren, an denen ich keine Motivation habe?
Wie motiviere ich mich, wenn ich völlig demotiviert bin?

Wie schaffe ich es, mich an Tagen zu motivieren, an denen ich keine Motivation habe?

Keine Motivation? Dann lies gleich weiter:

Es ist wieder einer dieser Tage, an denen ich am besten gar nicht aufgestanden wäre: schlecht geschlafen, zu spät aufgestanden, lauter privates Zeugs in den frühen Morgenstunden und als ich endlich sitze, frühstücke und nebenher den Rechner starte, schmeckt auch noch der Apfel im Porridge fürchterlich. Na danke. Und obwohl meine Motivation schon beim Aufstehen gleich Null war, sitze ich nun hier und frage mich: Wie schaffe ich es, mich an Tagen zu motivieren, an denen ich keine Motivation habe?

Wir können das ja mal kurz aufschreiben. Aber Spoiler: Es klappt nicht immer. Aber häufiger.

Routinen, Routinen und nochmal Routinen – sie sind wirklich Gold wert

Ich glaube, ohne Routinen würde bei uns kaum noch etwas laufen. Mein Mann hat seine Morgenroutine, in der er sich um den Geschirrspüler kümmert, die Kinder weckt, ihnen Frühstück hinstellt und den Hund rausbringt. Meine Routine ist die Wäsche abhängen, neue aufhängen, neue Maschine programmieren, trockene Wäsche zusammenlegen, Mahlzeiten für den Tag vorbereiten.

Anschließend, meist ist die Familie dann aus dem Haus, schlurfe ich mit meinem Porridge an den Schreibtisch. Und auch dass immer eine Portion Porridge für mich im Kühlschrank steht, ist eine Routine.

Hier fahre ich den Rechner hoch, suche mir ein Coworking aus, sichte nebenher meine Unterlagen entscheide, welche Deadline ich mit meinem Energielevel kombinieren kann und dann geht es los. Eigentlich habe ich auch einen Plan, welche Tätigkeit ich wann erledige, aber oft können oder müssen Energielevel und Deadline ausbalanciert werden.

Natürlich, unterwegs wären etliche Möglichkeiten zu prokrastinieren oder einen überlasteten Kopf zu einer Pause einzuladen.

ABER: Ich habe ja Ziele.

Ziele setzen, um Routinen zu bilden

Wir können uns nur weiter entwickeln, wenn wir einen Punkt haben, auf den wir uns zu bewegen können. Dieser Punkt ist das Ziel.

Wenn ich also mein Buch Ende Februar endlich wieder bei der Lektorin haben will, muss ich die Änderungen einarbeiten. Will ich fünf Illustrationen bis März fertig haben? Dann werde ich mich hinsetzen und sie erstellen müssen.

Wenn ich diese Ziele nicht habe, bin ich zukünftig nicht die Person, die diese Dinge erreicht hat. Aber diese Person will ich ja sein. Ich will diese fünf Illustrationen in meinem Portfolio haben, ich will, dass die zweite Lektoratsrunde endlich in Gang kommt, damit ich das Buch auch irgendwann veröffentlichen kann, und ich will den Lernprozess, der zu diesen beiden Erfahrungen gehört.

Um also von Person A, die eine gewisse Erfahrung noch nicht gemacht hat, zu Person B zu werden, die um jene Erfahrung reicher geworden ist, brauchen wir Ziele.

Nicht irgendwelche Ziele. Wenn ich mir jetzt vornehme im Mai (also in drei Monaten) einen Marathon zu laufen, obwohl ich noch nie joggen war, ist das ein Ziel, dass ich vermutlich nicht erreichen werde. Ich sollte mir keinen zu nahen Termin setzen und erst einmal ins Training kommen. Also könnte ich mir ein Ziel setzen, dass etwa so lautet: Dreimal die Woche joggen, damit ich in X Monaten einen Halbmarathon laufen kann. Das Ziel, später dann einen Marathon zu laufen, und das irgendwann regelmäßig zu machen, sollte im Hinterkopf fixiert sein.

Mein persönliches Ziel, irgendwann als Schriftstellerin genug Geld zu verdienen, um davon zu leben, ist in lauter kleine Ziele unterteilt. Um dieses Ziel zu erreichen, muss ich regelmäßig veröffentlichen. Um regelmäßig zu veröffentlichen, muss ich permanent neue Geschichten schreiben. Damit immer wieder neue Geschichten entstehen, brauche ich eine Schreibroutine. Die fertigen Rohfassungen müssen überarbeitet werden, dann lektoriert werden usw.

Aus diesem Grund habe ich diese eine Routine gebildet: Es geht morgens an den Schreibtisch. Und da wird geschrieben, überarbeitet oder Lektorate eingearbeitet.

An der Routine jeden Morgen erst zu schreiben und dann Texte zu überarbeiten, sitze ich noch immer. Die bekomme ich gerade nicht umgesetzt, meist ist es Zeitmangel. Für mich ist das jetzt nicht so schlimm, da es unterm Strich dauerhaft vorangeht. Optimal würde es anders aussehen, aber mein Alltag lässt sich gerade nicht anders gestalten.

Und das ist eigentlich schon das ganz große Geheimnis: Ich habe mein Ziel und für dieses Ziel brenne ich. Darum sitzt meine Routine, die mich jeden Morgen an den Schreibtisch führt.

Was zusätzlich hilft:

Unterteilung der Aufgaben in High- oder Low-Energy-Tasks

Es gibt eine Reihe von Tätigkeiten, die erledigt werden müssen, damit ich mein großes Ziel erreiche. Diese Aufgaben lassen sich ein High-Energy-Tasks und in Low-Energy-Tasks unterteilen. Also in Tätigkeiten, die einen hohen Energiepegel benötigen oder welche, für die ein Niedriges ausreicht.

Das Überarbeiten oder reine Lesen von fertigen Texten ist zum Beispiel oft mit nicht allzu hohem Energieaufwand verbunden. Das Anfertigen meiner Illustrationen ist auch eine schöne Tätigkeit, die ich an Tagen oder zu Tageszeiten einschieben kann, an denen ich mich nicht ganz auf der Höhe fühle.

Oft hilft es auch, mich in den Co-Working-Communities darüber auszutauschen, und schon geht es mir besser.

Die High-Energy.-Tasks erledige ich am besten früh morgens, wenn ich wach und ausgeruht bin. Wenn dieser Zustand den ganzen Tag anhält, ziehe ich auch gern durch, so lange es geht. Dann schaffe ich es oft vorzuarbeiten, und das hilft mir an den Tagen, an denen ich nicht so motiviert bin.

Es wird häufig angezweifelt, ob diese Methode gut ist oder ob es nicht besser wäre nur auf Routinen zu setzen. Jeden Tag ein wenig an allem arbeiten. Generell stimme ich dieser Annahme zu. Aber, ich weiß auch aus Erfahrung, dass es in „Low-Energy-Phasen“ manchmal echt lange dauern kann, bis ich meine Sachen erledigt bekomme, weil mich die Routinen, in denen ich bestimmte Dinge erledigen soll, mich wirklich blockieren können. Eine Blockade ist das Schlimmste, was mir passieren kann, denn die kann mich dann wirklich lange aufhalten. Dem entgehe ich lieber und setze hin und wieder auch gern auf meinen intuitiven Workflow.

Da musst du abwägen, was dich deinem Ziel schneller näher bringt, bzw. was dir wichtiger ist. Der Prozess dich in deine Routinen zu begeben, damit diese zuverlässig laufen oder schnell dein Ziel zu erreichen.

Verinnerlichen, dass ich die einzige Person bin, die an diesen Zielen arbeiten kann.

Ich glaube, dieser Punkt, ist der allerwichtigste: Da ist niemand, der uns unseren Zielen entgegenträgt. Es gibt nichts, was uns da hinbringt, diese Entwicklung abnimmt oder uns das Gefühl geben kann, dieses Ziel mit unserer eigenen Kraft, mit unserer eigenen körperlichen und geistigen Leistung selber erreicht zu haben. Das ist etwas, das mir nicht abgenommen werden kann. Ich kann den Erfolg nicht spüren, wenn mein Mann dieses Ziel für mich erreicht. Oder wenn ich eine KI meine Arbeit erledigen lasse. Ich habe den wichtigen Lern-Fortschritt dann nicht gemacht und bin um die Erfahrung betrogen worden, dieser Mensch zu werden. Also bin ich auch nicht der Mensch, der das Ziel erreicht hat, wenn ich es mir abnehmen lasse.

Mal davon ganz abgesehen, dass vermutlich niemand vorbeikommt und es für mich erledigen würde. Es kommen viele vorbei und erreichen das Ziel für sich und wecken im besten Fall Bewunderung und im schlimmsten Fall Neid in mir.

Aber ich bin ja die einzige Person, die es ändern kann. Die anderen sind ja nicht schuld daran, dass ich nicht an meinen Zielen arbeite.

Diese Schuld trage nur ich. Es ist meine eigene Verantwortung.

Ja, es klingt nicht nur abgedroschen, aber es ist so: Der Weg ist das Ziel

All die Lernstationen unterwegs sind für mich, bei meinem persönlichen Ziel, etwas, dass ich wirklich erfahren wollte. Ich wollte unbedingt:

  • Mein erstes Buch beenden,
  • meine ersten Testleserunden erfahren,
  • meine erste Buchmesse erleben,
  • mein erstes Lektorat über mich ergehen lassen.
Wie motiviere ich mich, wenn ich völlig demotiviert bin?

Das waren alles Dinge, die ich erleben wollte! Weil sie für mich Meilensteine in diesem Projekt sind. Ja, es hat mir nicht gefallen, die ersten Kritiken meiner Testleser zu lesen. Aber es gehörte zum Prozess und ich habe ihn hinter mich gebracht, er hat mich verändert und jetzt bin ich die Person, die zumindest etwas Erfahrung mit Testlese-Kommentaren hat. Diese Erfahrung wiederum kann ich direkt in das tägliche Schreiben meiner neuen Rohfassungen einfließen lassen und es macht mich zu einer besseren Autorin.

Es ist also wichtig, sich vor Augen zu halten: Dieses Ziel ist immer da. Auch an den Tagen, an denen die Motivation überhaupt nicht kickt oder an denen wir nicht einmal aufstehen wollen. An denen gefühlt alles schief läuft. Es ist da und nur wir selber können es erreichen.

Hilfen, die das schlimmste Tief überbrücken können:

Kleine Muntermacher zwischendurch können die Stimmung heben und sehr dazu beitragen, dass du auch an miesen Tagen weiter an deinen Zielen arbeitest.

– Ein besonderer Tee oder Kaffee, eine kleine Nascherei oder Ähnliches kann deine Stimmung aufhellen und senkt die geistige Hürde, die du nehmen musst, dich deinen Aufgaben zu stellen. Was würde dir helfen?

– Kleine Low-Energy-Tasks erledigen: Davon können manchmal direkt einige hintereinander weg erledigt werden. Sie lösen Hochgefühle aus, weil wir sie von der To-Do-Liste streichen können und schon fühlt es sich viel einfacher an, einen größeren Batzen Arbeit anzugehen.

– Vorbereitung: Einfach mal das Dokument morgens öffnen und einen Blick hineinwerfen. Manchmal hilft es mir auch die letzten Absätze, die ich zuvor geschrieben habe, zu lesen.

Diesen Vorgang könnte man in etwa gleich setzen, mit, wenn es ums Etablieren einer Laufroutine geht: die Sportklamotten anzuziehen und dann einfach rauszugehen. Oder, wenn ich eine Diät halten würde: Die Nahrungsmittel, bzw. Zutaten für Gerichte, die ich besonders mag, und die auch tauglich für meine Diät sind, im Haus zu haben, damit ich die Chance auf ein Erfolgserlebnis erhöhen kann.

Sprich: Einfach mal machen. Einfach anfangen. Nur ein paar Minuten. Fünf Minuten. Dann zehn und dann fünfzehn.

Nach fünfzehn Minuten liegt die Hürde meist hinter uns und wir können weiter durchziehen. Wenn du nach fünfzehn Minuten immer noch maulig bist und nicht willst, dann hör auf. Du hast fünfzehn Minuten, an einem wirklich miesen Tag geschafft und das ist großartig.

– Sortiere die Menschen aus, die dich im erreichen deiner Ziele hindern und umgib dich mit Menschen, die auf dem gleichen Weg sind oder wenigstens motiviert genug sind, dass es dir hilft, dich zu orientieren. Es heißt nicht umsonst, wir sind die Summe der fünf Personen, mit denen wir uns ständig umgeben.

Mach dir klar: Die Zeit vergeht sowieso. Es ist egal, ob du aktiv wirst oder nicht.

Sie vergeht. Du kannst dir den Samstag frei halten, um joggen zu gehen und dieses Todo so lange vor dir herschieben, bis der Tag vorbei und es zu spät ist noch rauszugehen. Die Zeit ist vergangen und die Chance für diesen Tag vertan. Natürlich kommt ein neuer Tag und bringt eine neue Chance. Aber wie lange wollen wir denn auf unser Erfolgserlebnis warten?

Wenn ich wochenlang vor mir herschiebe bei Social-Media zu posten, befriedige ich auf jeden Fall das Bedürfnis der Aufgabe erfolgreich aus dem Weg zu gehen, aber ich bringe mich auch um die Erfahrung es getan zu haben. Oder es immer wieder getan zu haben.

Die Zeit vergeht auf jeden Fall. Darauf können wir uns verlassen.

Der einzige Unterschied ist, wenn du aktiv geworden bist, hast du dich, während die Zeit verging, deinem Ziel genähert.

Für mich ist das ein Zustand, der mich sehr zufrieden stellt. Darum mache ich weiter.

Aus diesem Grund habe ich heute, an einem Tag, an dem ich eigentlich nur zurück in mein Bett will und mir vermutlich auch die größte Tafel Schokolade der Welt, nicht den Gemütszustand zaubern würde, den ich bräuchte um wirklich von Stimmungsaufhellung zu sprechen, hier sitze und einen Artikel schreibe, den ich eigentlich gar nicht schreiben wollte, und der eigentlich auch gar nicht geplant war. Und dann sind auch noch sagenhafte über 1900 Wörter zustande gekommen.

Aber, hier sind wir nun und mir hat der Artikel geholfen weiter zu machen, meine Ziele für den Februar, und das ganze erste Quartal von 2026 weiterzuverfolgen. Vielleicht hat der Artikel auch dir geholfen. Möglicherweise konntest du einige Prioritäten für dich ordnen oder dir Dinge vergegenwärtigen, die eigentlich schon klar waren, aber nicht so richtig bei dir gekickt haben.

In diesem Artikel habe ich über Challenges geschrieben und darüber, wie sie mir helfen Routinen aufzubauen. Vielleicht ist der Artikel für dich auch hilfreich.

Illa

Ich bin Autorin für Romance und Romantasy, Illustratorin und bekennendes Landei!

Schreibe einen Kommentar