Im Juni wollte ich das Lektorat von Buch 3 vollständig eingearbeitet haben. Der Erscheinungstermin liegt jedoch im Herbst und es wirkt noch so weit weg, darum hab ich hier mehr rumgebummelt als nötig war. Ich hatte bereits im Mai die ersten Seiten angepasst und hab dann lauter andere Dinge wichtiger sein lassen. Aber nun gehen wir es an. Mitte Juli will ich dieses Projekt erledigt haben, denn es warten noch mehrere Überarbeitungsgänge, die auch alle ihre Zeit brauchen.
Wir treffen Jule, die allein lebt und uns in ihren Alltag zieht. Sie ist eine Macherin und Träumerin und da gibt es jemanden in ihrer Vergangenheit, den sie nur schwer loslassen kann.
Es ist zwanzig vor sechs. Heute mache ich einen Autorinnenalltag für den Blog. Ich will endlich in das Lektorat reinkommen. Wenn ich mehrere Seiten an einem Stück durchhabe, ist der Zug stärker und ich kehre schneller wieder in das Projekt zurück. Ich habe diesen Text schon so oft so kritisch begutachtet, dass er sich inzwischen anders anfühlt. Er liest sich leichter, besser. Es gibt weniger offene Fragen, die nicht da sein sollten. Auf den ersten Seiten gibt es kaum Anmerkungen. Hier und da stellen wir noch einen Satz um, tauschen Wörter aus.
Um 7 Uhr unterbreche ich die Arbeit für meinen Stream. Ich wollte ihn nutzen, um dringend einen Artikel, den ich am Vortag hochgeladen hatte, noch einmal zu überarbeiten. Ich bin ziemlich stolz auf mich. Inzwischen streame ich fast drei Monate regelmäßig morgens. Zwar gibt es immer wieder mal familienbedingte Unterbrechungen, aber für meinen Mutti-Alltag ist das völlig normal. Trotzdem kehre ich immer wieder zu meinem Stream zurück.
Ich kann den Blogartikel schneller erledigen als erwartet und gegen halbneun fange ich im Stream an, weiter am Lektorat zu arbeiten. Ich lese laut vor. Einerseits, weil mein Mann anwesend ist und mir seine Kommentare wichtig sind. Andererseits nehmen wir beim lauten Lesen einen Text anders wahr. Ich für meinen Teil stolpere schneller über Fehler, wenn ich laut lese oder wenn ich den Text auch mal auf dem Handy lese. Mein Kopf gewöhnt sich zu schnell an die gewohnte Ansicht und das stille Lesen. Wenn ich ihm den Text in einem anderen Format präsentiere, kann ich leichter die notwendigen Änderungen erkennen und einbauen.
Wir erfahren mehr über Jule. Wer ist sie? Wie lebt sie? Was sind ihre tiefsten Träume? Wer ist ihr wichtig?
In meinen Büchern möchte ich dir Geschichten geben, die für dich da sind: Sie sind cozy aber sie haben auch Drama und berühren eine Traurigkeit in dir. Aber vor allem bieten sie eine Tür in eine Wortwelt, die dich mitnimmt und ankommen lässt. Erfahre mehr.
Hin und wieder überrascht mich die Lektorin doch nochmal mit tiefer gehenden Ansagen und lösen wieder ein längeres Nachdenken aus. Wichtig beim Abwägen ist die Tatsache: Meine Lektorin liest diesen Text ab jetzt nicht mehr. Die Dinge, die ich hier noch ändere kontrolliert sie nicht mehr – womit fühle ich mich also wohl? Andererseits kenne ich die Vorgehensweise meiner Lektorin ein wenig: Was würde sie im Text lassen? Welche Formulierungen würde sie rigoros streichen? Es ist ein kleiner Balance-Akt und ich taste mich Schritt für Schritt vor. Mit meinem Mann auf dem Sofa, der hier und da seine Zustimmung brummt.
Jule hat eine ehrgeizige beste Freundin, mit der sie zusammen in einem Ensemble spielt. Sie bereiten sich auf ein nahestehendes Konzert vor. Nach dem Konzert hat sie das Gefühl, dass irgendetwas anders an der altbekannten Location war als sonst. Sollte sie später am Abend noch herausfinden, was es war?
Die Luft ist bei mir allmählich raus. Dieser Tag hatte sieben Arbeitsstunden und ich habe noch anderthalb Stunden lang mit meinem Sohn für die Schule gelernt. Ich bin bereit für den Feierabend und schließe zufrieden das Manuskript auf Seite 49. Vierundvierzig Seiten weiter als heute früh. Wenn ich jeden Tag vierundvierzig Seiten schaffe, wäre das Lektorat in vier Tagen durch. Denke ich mir. Aber es ist noch Zeit, denke ich mir auch, und vielleicht ist es ganz nett noch einen Autorinnenalltag den Textschnipseln aus Buch 3 zu widmen?
Du wirst es in jedem Fall rechtzeitig erfahren, wenn du öfter auf dem Blog vorbeischaust.
Ich freue mich, dass du hier warst. Hab einen wundervollen Tag voller besonderer Momente. ☕ Wir sehen uns…
Illa 🧡
Hi, ich bin Illa, Autorin für Cozy Geschichten, Illustratorin und Bloggerin. In meinem chaotischen Familienalltag sehne ich mich oft nach Cozyness und Stille. Dieses Sehnen zu teilen ist mir zu einer Lebensaufgabe geworden. Mehr erfährst du hier.
Für ein bisschen mehr Farbe und Ruhe schicke ich dir gern zweimal im Monat meine „Cozy Letters“. Du erhältst direkt nach Anmeldung meine Hasenbuchnerdin als kleinen Gemütlichkeitsanker. Hier entlang.










