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Autorinnenalltag: Edition Manuskriptarbeit

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8 Stunden Manuskriptarbeit

Genau heute tauchen wir mal mit unterschiedlichen To-Dos in das Manuskript ein. Der Text soll zwar auch weitergeschrieben werden, aber ich bin gerade schon seit einigen Tagen dabei einen Hintergrund für der der Charaktere einzuarbeiten, dann muss noch dies und das rausfliegen. Fast ein Frühjahrsputz und dann folgt das schöne Tastenklappern.

05:57 Uhr ich starte den Stream und öffne mein Dokument. Heute beginnen wir die ersten zwei Stunden im Manuskript im Rahmen meines Frühschreiben- Coworking-Streams. Wenn dich das Coworking interessiert, kannst du mich früh morgens (meist zwischen halbsechs und halbsieben) hier finden.

Das heutige große To-Do für den Text: Die Protagonistin lässt sich auf den ersten 50k Wörtern des Buches aus reiner Notwendigkeit heraus auf Personen und Sachverhalte ein, bei denen ich selber ständig denke: Neee. Da geht mir vieles auf den Zeiger. Darum kam mir die Idee einen der Charaktere auf den sie im zweiten Akt angewiesen ist zu einer ihrer Bekannten oder sogar Leidensgenossinnen zu machen. Ich habe den Gedanken eine Weile mit mir herum getragen und fand ihn schlussendlich ganz gut. Damit hat sie sicheres „Ja!“ für den Charakter und die Situation, denn die Vertrauensbasis ist schon da. Und mein Kopf beruhigt sich endlich. Die Hälfte dieser Arbeit hatte ich vergangene Woche schon erledigt. Nun machen wir den Rest heute fertig und schreiben anschließend weiter.

7:35 Uhr: längere Unterbrechung. Mein Sohn muss zur Schule gebracht werden, weil er einen verletzten Knöchel hat, und mein Mann muss anschließend zur Arbeit gefahren werden, da wir heute nur einen Wagen zur Verfügung haben (der Zweite ist in der Werkstatt) und der Sohn ja nachmittags auch wieder abgeholt werden muss. Ich beende den Stream. Bis hierhin habe ich den Background weiter aufgearbeitet.

Mit Kerzen arbeitet es sich doch gleich viel kuscheliger. 🧡

9:40 Uhr; Da ich ohnehin über eine Stunde nicht arbeiten kann, nehme ich mir unten noch die Zeit, um mir Frühstück und frischen Kaffee zu machen. Um 9:40 Uhr bin ich endlich wieder am Schreibtisch (mit Frühstück und Kaffee) und arbeite weiter an dem Background. Meine Finger sind noch nicht wirklich warm geworden. Heute ist so einer dieser seltenen Tage, an dem sie nicht so schnell tippen wollen, wie gewohnt und außerdem ständig Vertipper raushauen, die mich zwingen, wieder zurückzugehen und damit bremse ich mich noch mehr aus. 😆 Ist dann wohl heute so.

Kaffee mit Botschaft im Hintergrund: „Resist the urge to explain!“ 🤭 (gelesen bei „Amazon KDP Selfpublishing Advertising“ von von Leslie Bishop)

Bis hierhin habe ich erst zwei Stunden gearbeitet und es fühlt sich bereits wie ein halber Arbeitstag an. Aber gut. So ist das Leben. Wir machen weiter. Frisch gestärkt und fokussiert.

11:05 Uhr: Allmählich haben sich die Finger an die heutigen Ansprüche gewöhnt und leisten folgsam ihren Dienst. Gerade rechtzeitig für die nächste Etappe des heutigen Autorinnen-Alltags: Die Einarbeitung des Backgrounds ist abgeschlossen und es geht jetzt munter im Text voran.

12:19 Uhr: Die Müdigkeit kickt gerade voll rein und ich spiele mit dem Gedanken, mich kurz hinzulegen. Denn in einer Stunde muss ich schon an der Schule sein, um das humpelnde Kind abzuholen.

13:00 Uhr: Nachdem ich mich tatsächlich ausgeruht habe: Meine Nachmittagsunterbrechung – ich hole das humpelnde Kind wieder ab und koche hinterher mit ihm zusammen Mittagessen. Wir unterhalten uns beim Essen, er versichert mir, dass er heute allein englisch lernen kann und ich gehe wieder an den Schreibtisch. Manchmal nehme ich mir die Zeit raus und gehe nachmittags direkt wieder arbeiten. Aber meist bleibe ich unten, helfe bei den Hausaufgaben oder bin einfach nur ansprechbar für Probleme, während ich mich um die Küche kümmere.

Nachdem der Background jetzt abgeschlossen ist, meldet sich der ersehnte Schreibfluss.

15:00 Uhr: Die Nachmittagsmüdigkeit klopft an, aber wir arbeiten weiter. So lange, wie es geht. Endlich kommt der lang erwartete Szenenwechsel und es kommt wieder Bewegung in die Geschichte. Die Protagonisten ändern den Standort, verlassen den sicheren Hafen und wagen sich schutzlos in die Welt hinaus. Ob das so klug ist?

Huh. Ich habe heute einen ganz schlimmen Eichhörnchen-Tag – meine Aufmerksamkeitsspanne ist gleich null. Gerade habe ich geschrieben, dass die Protagonistin nach ihrem Mantel greift, zack(!), steig ich in das rabbithole mittelalterliche Kleidung ein. Sowas aber auch. 😅 Das geht mir schon den halben Tag so. (Aber: sehr interessantes Thema!)

Ich lagere in diesem Dokument alle Ideen zur Geschichte, aus dem Hauptdokument, die ich endgültig verworfen habe und jetzt nur noch den Text belasten. Raus damit. (Das Foto ist später am Abend entstanden, musste es nachholen, weil ich es im Workflow vergessen hatte, darum dunklerer Hintergrund…😅)

16:15 Uhr das Eichhörnchen ist heute hartnäckig. Ich lenke mich ab, in dem ich die Bestandteile der Geschichte, die ich nicht mehr brauche, in einem neuen Dokument parke (falls ich doch nochmal auf sie zurückgreifen muss). Es ist dort dann zwar etwas zusammenhanglos und aus Erfahrung gesprochen schaue ich da echt selten nochmal rein, aber sicher ist sicher.

17:00 Uhr: Letzte Arbeitsphase für heute. Sie reisen zurück in die Hauptstadt. Die Spannung sollte wieder steigen und das ist immer eine schöne Startrampe für langes kontinuierliches zielgerichtetes Schreiben, am nächsten Tag.

Das war heute ein gefühlt noch kürzerer Autorinnentag, als beim Plotten – und ja, manchmal sieht es nach außen so aus. Am Vormittag war ich noch mit dem Background beschäftigt, das heißt: hauptsächlich lesen, hier und da Infos ergänzen. Das ist eine stille Tätigkeit, in der nicht viel Spannendes passiert. Damit habe ich heute etwas mehr als vier Stunden verbracht. Aber manchmal braucht die Geschichte nicht mehr, als genau dies: Lesen und dabei prüfen, ob die Handlung stimmt. Man übersieht bei reinem Schreiben unglaublich viel.

17:18 Uhr: Schluss für heute! Am Ende übertrage ich den Wordcount noch in meine Excel-Tabelle in der ich meinen Schreibfortschritt dieses Mal tracke. Es sieht dort aktuell frustrierend leer aus, weil ich so selten zum Schreiben komme. Eigentlich ist mein Mindestwortziel für das gesamte Jahr 365.000 Wörter in unterschiedlichen Schreibprojekten. Aber immerhin sind heute 2995 Wörter dazu gekommen – die sich natürlich kaum gegen die ca. 17.000 Wörter rechnen lassen, die ich heute rausgeworfen habe. (Also nur noch 277.817 Wörter vom Ziel entfernt. 😆 Aber so ist das. Und diese 17000 Wörter lassen sich neu schreiben. Kein Weltuntergang.

Ich freue mich, dass du hier warst. Hab einen wundervollen Tag voller besonderer Momente. ☕ Wir sehen uns…

Illa 🧡

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