Noch ist der Januar nicht vorbei und so einige Zielsetzungsthemen können, finde ich, ruhig noch einmal aufgegriffen werden. So zum Beispiel auch mein Motto für 2026, welches ich bisher nur einmal kurz angesprochen habe.
Mein Motto hat sich im Schreiben meines Jahresrückblickes entwickelt und als ich meine Quartalsplanung für dieses Jahr gemacht habe, hat sich in mir der Wunsch verstärkt wirklich diesem Motto zu folgen, und zwar leise, zuversichtlich und zielgerichtet.
Leise
Ich bin auch ein lauter Mensch, wenn ich Spaß habe und mich wohlfühle. Aber meistens bin ich still. Wenn mein Mann und die Kinder tagsüber weg sind, liebe ich die Stille meines Arbeitsplatzes. Am liebsten ziehe ich mich in eine Ecke zurück, stecke die Nase in ein Buch oder gebe mich spannenden kreativen Projekten hin. Das kann ich stundenlang tun.
Mir fällt es schwer, mich an lauten hellen Orten mit vielen Menschen aufzuhalten. Das ist keine neue Erkenntnis. Am liebsten sitze ich an meinem wunderbaren Schreibtisch und tippe vor mich hin. Ich liebe alles daran, sogar das halbgare Zehnfingertippen, das ich nie perfektioniert habe.
Kein Wunder vermutlich, dass mir Social Media überhaupt nicht so wirklich liegt. In den vergangenen Monaten habe ich mich aus diesem Grund immer mehr auf meinen Blog ausgerichtet. Ich möchte Zeit für Kommunikation haben, möchte nicht gezwungen sein, schnell zu reagieren, weil Trends oder die Sensationsbegeisterung anderer es für erforderlich hält. Es gibt Themen, zu denen ich mir nicht zwangsweise eine Meinung bilden muss, und überhaupt habe ich das Gefühl, dass Social Media nur noch zu einem Zeitfresser mutiert ist. Wir sollen uns über Dinge aufregen, unsere Empörtheit soll uns an den Bildschirm fesseln, damit wir Ad um Ad um Ad konsumieren können. Ein Teil von mir bedauert das. Gerade Instagram habe ich lange Zeit sehr gern gemocht.
Doch da jeder auf sich aufmerksam machen möchte, ist es grell, laut und hektisch. Wie in einem Vogelnest, in dem alle Küken gleichzeitig den Wurm wollen, den Mutter oder Vater bringen.
Nein. Ich mag es gern, wenn ich den Dingen, die mich faszinieren, und die meinen Blick festhalten auch den Rahmen geben kann, sie zu würdigen. Wenn ich täglich damit geflutet werde, kann ich ihnen diesen Rahmen jedoch nicht bieten. Ich brauche Ruhe, um die sich im Wind wiegenden Äste vor meinem Fenster betrachten zu können, einen Tee zu genießen, ein paar Seiten in einem schönen Buch zu lesen. Ohne dass mich die Hektik des Feierabend-Verkehrs verschluckt, meine To-Do-Listen mich jagen, weil nur ein schnelles Wachstum, als erfolgreiches Wachstum gilt und ohne, dass ich meine eigenen Werte vergesse, die im Alltag schon hin und wieder keinen Platz mehr zu haben scheinen.
Darum ist Stille wertvoll.
Es heißt ja, man soll jeden Tag auf Social Media präsent sein, weil man andernfalls nicht gesehen wird. Aber ich glaube, die Stillen finden sich abseits davon, oder was meinst du?
Zuversichtlich
Die Dinge, die ich kann, die kann ich. Und alles, was ich nicht kann, kann ich lernen. Das habe ich mir selber in der Vergangenheit schon oft genug bewiesen.
Trotzdem lungert gefühlt hinter jeder Ecke das Impostersyndrom. Dabei brauche ich mich nicht zu verstecken. Es ist noch Luft nach oben, aber ich habe auch bereits sehr viel erreicht. Eine Basis ist auf jeden Fall geschaffen und ich kann mich weiter entwickeln. Es gibt mir ein gutes Gefühl, das zu realisieren. Und zu wissen: Ich muss auf die Weiterentwicklung nicht warten, sie findet gerade statt.
Mit jedem Tag an dem ich schreibe und mit jeder Seite Lektorat, die ich hinter mich bringe, verbessern sich meine Texte. Mit jedem Strich auf dem Grafiktablett verändert sich meine Wahrnehmung für Farbe und Gestalt und es ist schön, diese Dinge zu erleben.
Zuversicht ist jedoch immer noch die Möhre, die vor meiner Nase hängt, und die ich scheinbar nicht erreichen kann. Sie meldet sich hier und da. Doch sie durchdringt mich nicht. Genau das hätte ich aber gern. Also fließt sie in mein Jahresmotto und klebt an meiner Schublade, am Schreibtisch.
Zuversicht heißt Sicherheit aufbauen. Mit dem Blog, mit anderen Bloggern, mit den Lesern meines Blogs und meiner Bücher, mit Kundinnen und dem ganzen Publikationsprozess. Es ist vermutlich machbar, wenn ich mir die Zeit dafür einräume.
Zielgerichtet
Zielgerichtetes Arbeiten funktioniert am besten, wenn man ein Ziel hat und mit allen verfügbaren Mitteln darauf zuhält. Es muss genug Energie vorhanden sein, die Richtung sollte klar sein und natürlich müssen alle notwendigen Ressourcen verfügbar sein. Dann klappt es wunderbar.
Als ich mein Grafik-Design-Studium hinter mich bringen wollte, hat diese Vorgehensweise wunderbar funktioniert. Ich habe mir eine Deadline gesetzt und alles andere ausgeklammert. Nun, wo das Studium längst hinter mir liegt, sieht die Sache schwieriger aus.
Oft schlingere ich noch hin und her: Konzentriere ich mich jetzt nur auf das Schreiben von Büchern? Biete ich Illus an? Wenn ja, welche? Sollte ich Buchcover ins Repertoire aufnehmen? Was wollen meine Kunden überhaupt? Und was will ich?
Die einzige Antwort, die ich auf diese Fragen habe, ist: Die Selbstständigkeit. Ich möchte eine selbstständige Tätigkeit ausführen und dabei mindestens so viel verdienen wie mein Mann.
Ich male und schreibe gleichermaßen gern und kann mich nicht für eine Tätigkeit entscheiden. Zeit, um für Kunden eins zu eins zu arbeiten kann ich aktuell nicht aufbringen, also ist es wohl auch eher Unfug, mich darauf konzentrieren zu wollen. Aber Illus für meine Romane und meinen Blog, sowie Grafiken für beides kann ich anfertigen und ich kann ins Augen fassen irgendwann Printprodukte von meinen Illustrationen anzubieten.
In erster Linie sind aber meine Veröffentlichungen für mich wichtig. Damit ich immer Geschichten zum Veröffentlichen da habe, ist eine tägliche Schreibroutine sinnvoll. Allerdings lässt diese Routine noch sehr zu wünschen übrig.
Des Weiteren sind die übrigen Tätigkeiten, die mit dem Selfpublishing verbunden sind Priorität. Das wären die Lektorate, das Korrigieren, der Buchsatz, die Cover und der Dauerlauf, der sich Marketing nennt: In meinem Fall ist das aktuell hauptsächlich der Blog. Aber ich werde noch weitere Felder erkunden müssen.
Wie zielgerichtetes Arbeiten funktioniert ist nichts Neues für mich. Ich schicke meine Energien jedoch in zu viele unterschiedliche Richtungen. Und mein Alltag, und die Familie machen aus meinen Routinen momentan nicht gerade Autobahnen. Wir sprechen hier eher von Waldpfaden, die von entwurzelten Bäumen und massig Brombeergestrüpp blockiert werden.
Wenn dann wieder Zeit zum Arbeiten ist, ist der Berg so groß und die Deadlines sind so nah, dass das Priorisieren hinten über fällt.
Was jedoch im vergangenen Jahr wirklich sehr gut funktioniert hat, war das Vorarbeiten von den zwanzig Blogartikeln. Vergangene Woche hat mir einer dieser Artikel schon mal zusätzlich Zeit verschafft.
Darum war ja auch einer meiner Vorsätze für dieses Jahr: Nichts Neues beginnen. Das Alte wird erstmal weiter gezogen, beobachtet und eventuell angepasst. Aber neue Ideen, weitere Marketingkanäle etc. werde ich zeitnah vermutlich nicht unterbringen.
Diese Gedanken nehme ich mit meinem Motto in mein 2026. Ich bin gespannt auf alle Entwicklungen und ja, ich freue mich auf sie.





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