Mein Weg in die Illustration

Über Illustrationen schreiben, ohne dabei in bibliografisches ich-bezogenes Geschwafel abzudriften?
Ich bin mir nicht sicher, ob das möglich ist. 😆

Es gibt so viele Dinge über das Malen, die ich nicht sagen möchte. Zum Beispiel möchte ich mich überhaupt gar nicht Illustratorin nennen. Trotzdem bin ich fasziniert von dieser Tätigkeit und habe sie zu einem meiner Lebensinhalte gemacht. Ich könnte auch im Nähen gut sein, oder im Tennis spielen. Aber die Wahrheit ist, ich kenne mich besser mit meinem Grafiktablett aus, als mit meiner Nähmaschine und mein Tennisschläger fristet ein unbefriedigendes Dasein in einer der vielen Schubladen im Hauswirtschaftsraum mit wenig Aussicht, das Tageslicht all zu bald wiederzusehen.

Aber ich gebe mir die Zeit für die Entwicklung. Irgendwann war ich auch in der Lage mich Autorin zu nennen, also schaffe ich es vielleicht auch mich selber als Illustratorin zu bezeichnen. Es muss ja nicht gleich heute passieren.

Was machen Illustratoren eigentlich?

Sie malen, einfach gesagt, Bilder. Und zwar erklärende Bilder. Im Gegensatz zu Kunstwerken dienen Illustrationen dem Zweck zu erklären oder Texte grafisch zu erweitern. Sie sollen Situationen erläutern, Tätigkeiten schildern, beschreiben oder anleiten. Darum findet man sie auch so oft in Bedienungsanleitungen, Büchern, Zeitungen, Zeitschriften und vor allem in der Werbung.
In der Regel sind Illustrationen also erklärende grafische Darstellungen.

Warum illustriere ich?

Irgendwann hörte ich mich mal sagen: Ich würde so gern als Illustratorin arbeiten. Warum genau und wem gegenüber ich das gesagt habe, weiß ich nicht mehr. Aber ich war schon erwachsen und hatte meine (erste) Ausbildung hinter mich gebracht. Kein direkter Kindheitstraum also, wenngleich mich das Zeichnen immer irgendwie begleitet hat. Der Wunsch entstand so spät, weil mir während meiner Schulzeit kreative Berufe nie nahe gelegt worden sind. Ich habe am Rande davon gehört, dass man Grafik Design studieren konnte. Und ich war auch ziemlich eifersüchtig auf die paar Auserwählten, die diesem Ruf folgen durften. Aber meine eigenen künstlerischen Fertigkeiten reichten dafür damals nicht aus. Wir sprechen über die Neunziger. Damals musste man sich für ein Grafik-Design-Studium an einer entsprechenden Hochschule bewerben und davon gab es zu jener Zeit nicht allzu viele. Vor allem nicht auf dem Land.

Dieser Wunsch hat sich nie so ganz still in sich zurückgezogen und als ich dann lange mit Long Covid zu kämpfen hatte, hab ich es einfach getan: Ich habe Grafik-Design im Fernstudium studiert.

Wie zu erwarten war, war ich im Studium im Fotografieren eine Niete – dir mag es auf anderen Besuchen auf meinem Blog vielleicht schon aufgefallen sein: Selbst mit dem besten Fotoapparat schaffe ich es die schlechtesten Bilder zu schießen. Mein Dozent war von der praktischen Umsetzung der entsprechenden Hausaufgabe entsetzt. Ich stehe dazu. Wenn du ein hübsches Foto auf dieser Website entdeckst, hat es entweder mein Mann gemacht oder es war eine Stockdatei.

Gestalterisch waren meine Ergebnisse sehr gut. Vor allem wenn es um Illustrationen ging. Also um Bilder, die erklären.
Irgendwann saß ich wieder vor meiner Freundin und sagte ihr: Ich glaube, ich konzentriere mich darauf, irgendwann mal ein Kinderbuch zu illustrieren. Da sagte sie: Das hast du schon mal gesagt.
Verwundert musste ich feststellen, dass sie recht hatte. Mir war die Idee unterwegs nur wieder abhandengekommen. Zu viel Leben, zu viel Familie.

Fakt ist, die Zeit nach dem Studium zu organisieren, meinen Tagesablauf zwischen Schreiben, Malen und meinem übrigen ganzen Leben so aufzuteilen, dass ich an allen Ecken vorankomme, hat sehr lange gedauert. Vermutlich weil ich in allem dauerhaft noch keine Erfahrung hatte.
Das Illustrieren blieb am häufigsten auf der Strecke. Für das Schreiben brauche ich die meiste Konzentration, darum fällt es in die frühen Morgenstunden. Das Zeichnen kann neben dem Fernsehen stattfinden, darum fällt es logischerweise auf den frühen Abend. Doch manchmal ist meine Energie abends wochenlang einfach weg. Und so dauerte es länger, bis ich mich geübt genug gefühlt habe, meine Illustrationen zu zeigen.

Seit Oktober teile ich nun regelmäßig auf dem Blog meine Illustrationen und ich bin sehr stolz darauf, dass ich mich zu diesem Schritt endlich überwunden habe.

Habe ich einen Stil?

Inzwischen habe ich das Gefühl, ich entwickle einen eigenen Illustrationsstil. Es gibt zumindest schonmal eine Farbpalette, die ich favorisiert habe. Illustratoren, die für mich bisher relevant waren, sind Mary Cicely Barker, Jill Barklem, Amy Brown, Sven Nordquist und Tina Kraus. Das klingt nach einer sehr bunten Mischung, aber ihr Stil berührt mich persönlich am meisten. Walt Disney oder der Manga-Stil haben mich nie wirklich abgeholt, auch wenn ich natürlich fast alle Disney-Filme kenne und auch genügend Animes ziemlich gut fand.
All die Illustratoren, die ich oben aufgezählt habe, sind auf Aquarellfarben spezialisiert. Das ist witzig, denn ich nutze meinen Aquarellkasten kaum. Obgleich es wirklich schön ist, die Farben auf dem Papier verlaufen zu lassen. Mein bevorzugtes Medium ist das Grafiktablett in Kombination mit Photoshop.

Wirklich vorangekommen im Illustrieren bin ich jedoch erst, als ich bei YouTube über Mimmimoo gestolpert bin. Sie ist Australierin und hat sich während der Covid-Phase auf das Illustrieren von Kinderbüchern spezialisiert. Ihr bunter und sehr informativer YouTube-Kanal haben für mich endlich die Bresche geschlagen, mich aktiv weiter mit dem Thema zu beschäftigen. Ich bin seit einer halben Ewigkeit in ihrem Illustration-Club. Ihre Vorgehensweise hat mir sehr geholfen meine Illustrationen zu vereinfachen und einen Stil zu entwickeln, aus meinem tiefen Bedürfnis so detailliert wie möglich darzustellen, aber trotzdem eine gewisse Einfachheit in meine Bilder fließen zu lassen.

Bevorzugte Motive

Ich male gern Motive, die andere und mich selber zum Lächeln bringen. Sehr angetan hat es mir auch der Cozy-Vibe in Illustrationen. Aktuell habe ich irgendwie ein Faible für dampfende Tee- und Kaffeetassen. Das hängt wahrscheinlich mit meiner Liebe für Cozy-Literatur zusammen. (Für einen guten Cozy-Fantasy-Roman würde ich aktuell alles stehen lassen.) Blumen könnte ich auch ständig zeichnen, was ja irgendwie logisch ist, denn sie sind total schön.
Außerdem habe ich natürlich meine Buch-Cover selber gemalt. Und ja, ich liebäugele auch noch mit der Idee Premade-Buchcover zu entwerfen.
Hauptsächlich nutze ich meinen Blog, um mich gestalterisch weiter zu entwickeln. Es macht sehr viel Spaß, mir Motive für die Artikel zu überlegen und sie umzusetzen. Natürlich hat es auch einen rechtlichen Vorteil: Das Copyright liegt bei mir.

Das Gute am Illustrieren ist: Ich entwickle mich weiter und das ist ein Zustand, den ich im Moment liebe. Wenn ich sehen kann, wie ich mich innerhalb von wenigen Monaten verbessere – das ist für mich einfach großartig.

Illa

Ich bin Autorin für Romance und Romantasy, Illustratorin und bekennendes Landei!

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