Gestern an meinem Grafiktablett – ich hatte mich gerade hingesetzt, um den kleinen Buchdrachen fertig zu malen – fiel mir auf, wie ordentlich und chronologisch ich diesmal Ebene für Ebene gearbeitet habe. Das passiert mir tatsächlich nicht ganz so oft. Ich bin mehr der Typ: kreatives Chaos, wenn es ums Zeichnen geht. Da habe ich mir gedacht, ich nutze die Gelegenheit gleich mal und mache Screenshots, damit ich dich mal wieder ganz unaufgeregt mit hinter die Kulissen nehmen kann.
Schritt 1: Von der ersten Idee zur groben Skizze
Am Anfang war da einfach der Wunsch einen schlafenden Drachen aufs digitale Papier zu bringen. Als ich endlich diesen unglaublich langen Schwanz gemalt hatte, hab ich mich gleich gefragt, worauf so ein Drache wohl schlafen würde. Auf dem größten Schatz der Welt natürlich. Logisch oder?
Zu der gemütlichen Idee, fand ich, passte unbedingt eine Kerze, bei der schön viel Wachs herunterläuft. Richtig, ich habe den Kerzenleuchter nicht ganz skizziert, weil ich gleich von Anfang an beschlossen habe, dass der Drache den Großteil verbergen würde. So viel Klarheit habe ich nicht immer am Anfang eines Bildes. Natürlich rundet eine Lesebrille das Szenario perfekt ab.
Schritt 2: Magische Grundfarben
Die Farben für den Drachen und die Kerze sind schnell gefunden. Es sind zwei meiner Lieblingsfarbtöne, die ich sehr gerne in meinen Illustrationen nutze: Ein sattes Altrosa und ein Grün, dass mich an Moos und dunkle Wälder erinnert.
Nachdem ich nun die Grundfarben ausgewählt und alle Objekte im Bild ausgemalt habe – sowie der Brille die notwendige Korrektur habe zukommen lassen – bin ich erstmal sehr zufrieden. Für mich stimmen die Farben. Und tatsächlich habe ich das Bild danach erstmal eine ganze Weile liegen lassen. Weil es sich beinahe schon abgehakt angefühlt hatte. Aber natürlich ist es an dieser Stelle noch nicht fertig. Wir nehmen uns nochmal einen ganzen Abend und einen Morgen Zeit.
Schritt 3: Der meditative Teil – Schattierungen und Detailarbeit
Das hier ist meine Lieblingsphase: Es wird schattiert und die Details werden ausgearbeitet. Alles was jetzt nicht gerade aussieht, wird gerade gerückt, die Flügel vergrößert. Ich nehme mir Zeit, die Brille richtig auszuarbeiten und überlege mir, wo die Flügel Schatten haben könnten und wo die Kerze einen goldenen Lichtschein auf Drachen und Brille wirft. Aus dem klobigen Rechteck, auf dem der Drache liegt, wird ein gebundener Wälzer, der eine kostbare Geschichte enthält. Diese Phase dauert immer am Längsten. In diesem speziellen Fall sind für die Feinheiten circa vier bis fünf Stunden ins Land gezogen. Im Hintergrund läuft eine Serie und ich gebe mich ganz dem Flow hin.
Warum ich es immer wieder so wichtig finde, dich über meine Schulter blicken zu lassen?
Man könnte denken, dass ein Bild am Ende einfach nur Bild ist. Aber für mich ist es das harmonische Zusammenspiel dieser schönen ruhigen Farbtöne, die unvergesslichen Stunden, in den ich den digitalen Pinsel über das Grafiktablett ziehen lassen konnte, und dabei beobachten konnte, wie diese Ansammlung aus krummen Linien zu einem schlafenden magischen Reptil wurde, dass eine kleine leise Geschichte erzählt. Indem ich diese Schritte mit dir teile, hoffe ich, dass ich dir ein klein wenig von dieser gemütlichen Atmosphäre mitgeben kann.
Wenn du noch mehr von meinen handgezeichneten Welten sehen möchtest oder du auf der Suche nach einem ganz persönlichen Porträt bist, lade ich dich herzlich ein, durch mein Portfolio zu stöbern.
Ich freue mich, dass du hier warst. Hab einen wundervollen Tag voller besonderer Momente. ☕ Wir sehen uns…
Illa 🧡
Hi, ich bin Illa, Autorin für Cozy Geschichten, Illustratorin und Bloggerin. In meinem chaotischen Familienalltag sehne ich mich oft nach Cozyness und Stille. Dieses Sehnen zu teilen ist mir zu einer Lebensaufgabe geworden. Mehr erfährst du hier.
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