Du betrachtest gerade Wie das kleine Sommerkätzchen entsteht

Wie das kleine Sommerkätzchen entsteht

In meinen WIPs des Monats Juni habe ich euch schon die Skizze dieser Illustration angeteasert. Es wird das Sommer-Freebie für das zweite Quartal meiner Newsletter-Abonennten. Hier kannst du mir wieder dabei zusehen, wie ich meine Idee Schritt für Schritt auf die digitale Leinwand zaubere. Es ist auch für mich immer wieder ein interessanter Prozess, denn ich denke unterwegs so oft: Oh je, was soll daraus bloß werden? Und am Ende, ist es eigentlich ziemlich überwältigend niedlich. 🧡

Schritt 1: Skizze bis erste Schatten

Im ersten Schritt habe ich die Skizze erstellt. Mir schwebte ein Sommerszenario vor Augen, gemütlich und ein wenig träge – so wie ich die ersten heißen Tage dieses Jahres selber wahrgenommen habe. Aus irgendeinem Grund war es mir wichtig die Bäume dieses Mal anders zu machen, filigraner. Eher so, wie ich Blumen oder andere kleine Pflanzen malen würde. War eine Eingebung ohne genauen Hintergrund. Es hat mir so einfach gut gefallen. Die zwei Bücher habe ich zuletzt hinzufügt, ebenso die Katze. Bei der Pose war ich mir nicht ganz sicher, und als ich die zufriedenstellende Skizze dann hatte, dachte ich, irgendwie fehlen noch Bücher. Das ist vermutlich mein Lese-Ich. Es kann einfach nicht ohne. 😅

Mit der Katze bin ich sehr zufrieden. Sie ist entspannt, lässt sich fallen, genießt die Sonnenstrahlen auf dem Fell.

Wie in letzter Zeit so oft, folgte auf die Skizze die Einfärbung aller einzelner Objekte. Es scheint, als würde mir diese Reihenfolge allmählich zur Gewohnheit werden. Finde ich gut. Es ergibt sich ein Leitfaden, auf dem ein Schritt den nächsten auslöst.

Zwischen dem zweiten und dritten Bild, ist sehr viel passiert, wovon kaum etwas zu sehen ist. Zuerst habe ich Schattierungen in die Katze gesetzt, um einen groben anatomischen Überblick zu behalten. Danach habe ich die Bäume und Büsche teilweise schattiert und Schatten in der Hängematte gesetzt. Hinterher ist mir aufgefallen, dass der Körper der Katze irgendwie falsch wirkt. Ich habe ihn dann mehrfach angepasst, bis ich fürs Erste zufrieden war. Es war eine kleine Geduldsprobe, denn ich habe beim Einfärben sehr ungenau bei den blauen Blumen gearbeitet. Das hat mich im Prozess geärgert und ich bin sehr ungeduldig geworden. Es war einer dieser Momente, in denen ich mich wünschte, ich könnte mit beiden Händen gleichzeitig malen.

Schritt 2: Detailarbeit

Jetzt ist endlich die Zeit für die Blumen. Die Körperform der Katze ist angepasst und ich kann endlich die Form der Blätter in Ordnung bringen. Ich hatte beim ersten Einfärben mit einer viel zu großen Pinselspitze gearbeitet. Ich erinnere mich noch, dass ich an jenem Tag hauptsächlich voran kommen wollte. Es rächt sich dann doch immer wieder. Obwohl, vielleicht war damals einfach nicht der Tag für filigrane Blätter. Auf jeden Fall habe ich mir nun die Zeit dafür genommen. Zuerst wollte ich Perlhyazinthen malen. Als die Skizze fertig war, fiel mir ein, dass Perlhyazinthen nur im Frühling blühen. Also dachte ich mir, ich mache Salbeiblüten draus. Naja, wer blühenden Salbei kennt, weiß, das meine Kreativität einen eigenen Weg gegangen ist. Wir leben also mit kleinblättrigen Salbei-Hyazinthen.

Ich arbeite mich so langsam durch das Bild. Inzwischen sind alle Blumen ausgearbeitet. Ich passe die Katze noch ein wenig weiter an und arbeite die Schattierungen weiter aus. Auch die Bücher werden nun endgültig komplett ausgemalt. Anschließend kann ich auch die letzten Skizzenlinien maskieren. So sehe ich, all die ungenauen Kanten und beginne diese auszuarbeiten.

Ich bin fast fertig. Die Hängematte war mir noch zu groß gewesen, also habe ich jede Menge Farbe wegradiert. Und wie man sieht, bin ich eine Illustratorin, die nicht alles ausmalt, was nicht gesehen werden soll: Die Blume, die hinter der Hängematte verschwindet, hat nun im unteren Bereich keine Schattierungen und keinen Stängel mit Blättern. Außerdem musste ich für die Anpassung der Hängematte doch noch so einiges in den Ebenen anpassen, hin und herschieben und schlussendlich tatsächlich noch den Schwanz einmal ausschneiden, damit die Ebene mit dem vorderen Teil der Hängematte an der richtigen Stelle eingepasst werden konnte. Um dann hinterher alles aussehen zu lassen, als wäre es „aus einem Guss“, habe ich noch eine weitere Ebene über die Katze gelegt, damit all die getrennten Körperpartien optisch wieder zusammen gebracht werden konnten.

Und was wäre ein Sommerbild ohne eine Erfrischung? Das Getränk mit Schirmchen durfte natürlich nicht fehlen.

Nun hat die auch die letzte Blume ihren Stängel und ihre Schatten, der mittlere Busch hat noch mal eine Formkorrektur bekommen, ich bin nochmal über die Schatten der beiden Bäume gegangen und das Kätzchen hat eine rosafarbene Pfote bekommen.

Mit diesem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Etwa zwanzig Stunden liegen in der Erstellung dieser Illustration, verteilt auf etwa vier Tage. Es drückt nun genau die träge Sommer-Gemütlichkeit aus, die ich vorgestellt hatte und das Zusammenspiel der Farben finde ich sehr schön.

Dieses Kätzchen ist Teil meiner rotierenden Newsletter-Freebies. Es ist das Freebie für Quartal 2 und ich bin froh, dass ich es noch im Juni fertig bekommen habe. Du kannst dich hier zu meinem Newsletter anmelden und erhältst das Sommerkätzchen dann direkt in dein Postfach. Die Idee für das nächste Freebie steht schon in den Startlöchern, bist du schon gespannt, welches es werden wird?

Ich freue mich, dass du hier warst. Hab einen wundervollen Tag voller besonderer Momente. ☕ Wir sehen uns…

Illa 🧡

Schreibe einen Kommentar