WIPs im Juni
(Work in Progress: Arbeit im Entstehungsprozess)
Auf meiner Festplatte verstecken sich immer an unterschiedlichen Orten unfertige Projekte – es fühlt sich manchmal an, als wühlte ich mich durch eine digitale Rumpelkammer. So manch ein begonnenes Bild ist einfach zu nichts zu gebrauchen. Es diente lediglich der Übung, denn schlechte Kunst ist durchaus sehr hilfreich und auch notwendig. Wir können sie hinter uns lassen und zu den Schätzen übergehen, die monate- oder sogar jahrelang im Dunkeln verstauben. Obwohl sie schon von Anfang an den Anspruch mitbringen, mehr zu werden, als nur eine Skizze. Ich habe diese Rumpelkammer in den letzten Tagen aufgeräumt und die Bilder herausgefischt, die ich in den nächsten Wochen unbedingt zum Leben erwecken will und auch die, die fertig gestellt werden müssen. Von uralten Festplatten-Leichen, bis hin zu aktuellen Buchcover-Geheimnissen:
Komm mit auf eine Erkundungstour durch meine WIP-Galerie.
Das Young Adult Mädchen
Ich habe es schon im Monatsrückblick Mai gezeigt: Sie sprengt aktuell so ein wenig meinen zeitlichen Rahmen. Vielleicht nehme ich mir aktuell auch zu viel vor, oder ich habe diesem Bild wirklich zu viele Details gegeben. Aber manchmal ruft ein Bild nach Inhalten, weil es eine Geschichte erzählt, die Details braucht, von denen die Geschichte getragen wird. So ging es mir mit diesem Mädchen. Sie sollte einfach nur als lesendes Mädchen meinen Blogartikel „Was ist Young Adult“ als Grafik begleiten. Die Katze ist nicht fertig, die Buchreihe unten nicht, das Buch in der Hand braucht eine Korrektur und ganz ehrlich: Der Blick aus dem Fenster könnte natürlich so bleiben wie er ist – aber da ist noch so eine Idee, und ich befürchte, dass sie noch ihren Weg in das Bild findet…
Das Geheimnis-WIP
Für mich drängt die Zeit allmählich, diese Illustration zu beginnen, aber ich werde nicht verraten, was es werden wird – vielleicht hast du ja eine Idee? Ich habe einen Hinweis im WIP hinterlassen. Findest du ihn? Die Anfänge der Figuren finde ich okay. Ich bin mir bei der Farbe im Hintergrund noch nicht so sicher. Er ist aktuell sehr orange. Also extrem orange. Möglich, dass ich den nochmal ändere, obwohl ich schon fast eine halbe Stunde lang nach einer Farbe gesucht habe. Es soll ein Sonnenuntergang-Farbton sein, und ich habe tatsächlich einen aus mehreren Sonnenuntergangs-Fotos extrahiert, aber der sah dann auch nicht gut aus.
Manchmal sind die Entwürfe so: Da hängt etwas im Kopf, das ich unbedingt auf die digitale Leinwand bringen will, aber die Umsetzung hakt. Ist dann so. Dann dauert es länger, aber es ist den Aufwand fast immer wert.
Wir stehen hier also echt am Anfang. Aber das ist okay. Ich habe noch ein wenig Zeit für dieses Projekt.
Das neue Freebie (Nachfolger der Hasenbuchnerdin)
Noch ist es eine reine Bleistiftskizze und, weil es ja auch noch ein wenig eine Überraschung ist, habe ich die Hauptfigur noch nicht skizziert. Es ist Anfang Juni und ich habe meinen Newsletter-Abonnenten ein neues Freebie für Ende Juni versprochen. Das bedeutet, diese Illustration wird ebenfalls vorrangig bearbeitet werden. Es soll ein gemütliches Sommerthema werden und natürlich wird es irgendwie niedlich sein. Und mit Blumen, weil Blumen einfach toll sind. Bücher sind übrigens auch toll. 😉📚🌼
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Die Drachin
Dies ist der erste Drache, den ich in meinem Leben gemalt habe, den ich wirklich annehmbar fand. Sie ist eine Sie, würde ich sagen, und ich finde, sie verdient es fertig zu werden. Allerdings liegt sie schon fast zwei Jahre auf meiner Festplatte. Oder sogar noch länger? Ich habe sie schon vor Monaten in meinen aktuellen Mal-Ordner gezogen, doch sie rutscht immer wieder weiter nach unten, weil ich für den Blog oder andere Ereignisse die Zeit brauche. Aber ich werde sie ab jetzt im Auge behalten und sie schneller als geplant umsetzen. Denn es tut sehr gut, alte Projekte entweder gehen zu lassen oder endlich abzuschließen, wie zum Beispiel die Partyeulen (du findest sie hier), aus meinem Portfolio. Der erste Skizzenentwurf lag schon seit drei Jahren in einem vergessenen Ordner. Ich hatte sie im Rahmen meiner Twitch-Streams wieder ausgegraben und in kürzester Zeit umgesetzt und sogar als Karte drucken lassen. Das war unglaublich befriedigend.
Vielleicht passiert das der Drachin ja auch?
Das Cottage
Wo wir bei den ersten Dingen sind: Nicht mein erstes Cottage, aber das erste, bei dem ich dachte: Yay! Das ist es! Es ist so ein bisschen ein Hexenhäuschen, finde ich, und ich will es schon die ganze Zeit fertig malen. Ich kann mich noch daran erinnern, wie entspannend ich es damals fand, die ganzen einzelnen Efeublätter zu malen. Es war toll. Dann hatte ich einige Tage keine Zeit, weiter zu machen, und aus den Tagen wurden Wochen und dann versank es in den tiefen, dunklen Korridoren meiner Festplatte, die nur selten das Tageslicht sehen. Dann holte ich es wie die Drachin in den aktuellen Ordner. Aber auch das Häuschen fliegt immer wieder aus der Prioritätenliste. Nun meine ich es endgültig ernst: Das Cottage wird fertig!
Aktuelles Selbstporträt
Es ist ebenfalls eines der wichtigeren Projekte: Mein Fokus für dieses Jahr war das Erlernen der Porträtmalerei – und zwar endgültig jetzt. Die Anatomie macht mir immer noch ein wenig zu schaffen und eines meiner größten Probleme mit Gesichtern: Ich mache ständig die Nase zu lang. Eine der ehemaligen Kunstlehrenden, bei denen ich eine Weile in einer offenen Online-Geschichte war, ging so weit und machte den Vorschlag meine langen Nasen könnten mein Markenzeichen werden. Hmm. Weiß nicht.
Vielleicht male ich lieber noch hundert Nasen, bevor wir hier eine Entscheidung treffen. 🤭 Auf jeden Fall fehlten mir lange Zeit die Vorlagen, also beschloss ich irgendwann, wie so viele andere Künstler auch, mich selber als Vorlage zu nutzen. Und um den notwendigen Druck zu erzeugen, dieses Vorhaben auch immer wieder durchzuziehen, nahm ich mir vor, die Monatsrückblicke mit den Selbstporträts auszustatten, das passte, denn sie sind ja ohnehin persönliche Artikel.
Das war erstmal ein Hindernis: Das eigene Gesicht immer wieder zu malen, hatte schon auch Schattenseiten – so viele gemischte Gefühle… 😅
Aber tatsächlich verblassen diese Regungen irgendwann und schaffen Platz für das Wesentliche: nämlich den Fortschritt. Diese Skizze habe ich in zwei Stunden aufs Grafiktablett geworfen. Es war insgesamt das fünfte Selbstporträt, das ich je gemalt habe. Die erste Skizze hat mich fast einen Tag gekostet. Was wieder einmal den alten Spruch „Consistency is key“ („Kontinuität ist der Schlüssel“) beweist. Meine Linienführung hat sich verbessert. Ich bin sehr stolz darauf und ich bin gespannt, wohin mich diese Reise noch führen wird.
Leider gerate ich mit den Selbstporträts immer wieder in Verzug, denn sie sind aufwändig und ich schiebe schnell mal einfachere Illustrationen für Blog und Instagram vor. Das für März fehlt aktuell sogar noch. Also: Das ist der Punkt, an dem ich arbeiten werde – mehr umsetzen.
Cozy-Witch-Reihe
Eines der letzten Themen bei Mimimoos Illustration-Club auf Patreon, an dem ich versucht hatte, mich ernsthaft zu beteiligen, war der Illustration-Prompt „Cozy Witch“. Ich hatte einige Skizzen erstellt, die mir sehr gut gefallen haben. Mal davon ganz abgesehen, dass ich das Hexenthema genauso liebe wie das Drachen- oder Feenthema. Du siehst die, die ich beenden möchte in einer kleinen Galerie. Und ja, zwei sind schon echt weit – bis Halloween sollten sie fertig werden.
Tja, und das war es eigentlich schon. Eigentlich hatte ich noch mehr Festplatten-Schätze – zum Beispiel weiß ich mit Sicherheit, dass ich noch im letzten Herbst an einer Wikingerfrau gemalt habe, die eigentlich im gleichen Ordner wie das Cottage liegen sollte. Und ich habe auch am Anfang dieser Woche bereits die Skizze für das Selbstporträt Juni erstellt. Aber sie sind beide weg. Das passiert, wenn man zu viel in den Ordnern hin und herschiebt oder vor lauter Arbeit das Speichern vergisst.
Meh.
Aber zum Glück können wir Skizzen ja neu anlegen.
Ich freue mich, dass du hier warst. Hab einen wundervollen Tag voller besonderer Momente. ☕ Wir sehen uns…
Illa 🧡
Hi, ich bin Illa, Autorin für Cozy Geschichten, Illustratorin und Bloggerin. In meinem chaotischen Familienalltag sehne ich mich oft nach Cozyness und Stille. Dieses Sehnen zu teilen ist mir zu einer Lebensaufgabe geworden. Mehr erfährst du hier.
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