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WIP-Rotkehlchen Hochzeit

Heute habe ich einen „Zwischen-Tee-und-Grafik-Tablett-Artikel“ für dich: Ich habe den Entstehungsprozess meiner Rotkehlchen-Illustration mit der Handykamera festgehalten und für dich dokumentiert. Dieses Blogformat ist noch neu für mich, aber es hat mir sehr viel Spaß gemacht. In diesem Artikel nehme ich dich mit in mein Grafikprogramm und zeige dir Schritt für Schritt, wie ich meine „Hochzeits-Rotkehlchen“ vom ersten Entwurf bis zur fertigen Illustration entstehen lasse. Es ist ein Prozess aus intuitivem Workflow und lauter kleinen und großen Entscheidungen, die am Ende ganz unaufgeregt das große Ganze ergeben. Komm einfach mit, wirf einen Blick über meine Schulter und sieh mir beim Zeichnen zu.

  1. Wir fangen heute mal mit der Hintergrundfarbe an. Das mache ich sehr selten. Meist wächst bei mir alles intuitiv und vor allem fange ich erst mit der Skizze an. Aber hier geht es um ein Hochzeitsthema, in dem Rotkehlchen im Vordergrund stehen werden und vermutlich wird ein Kirschblütenzweig eine große Rolle spielen. Diese drei Infos waren da, darum war es mir heute wichtig, eine sanfte Grundstimmung am Anfang zu setzen.
  1. Ich habe mich für die Kirschblüten entschieden. Eine erste Skizze entsteht. Der zarte rosafarbene Hintergrund passt, finde ich, sehr gut zu dem entstehenden Zweig.
  1. Ich entwickle das erste Rotkehlchen und halte anschließend erstmal an, um mir Gedanken über meine Farben zu machen. Kirschblüten sind rosa – von einem sanften weiß-rosafarbenen Farbton zu einem satten pink reicht die Farbpalette. Die Farben für die Rotkehlchen und den Zweig müssen mit den Blüten harmonieren. Alles soll Wärme ausstrahlen, die Kontraste sollen angenehm sein.
  1. Beide Birdies sind fertig. Ich spiele mit den abständen, schiebe sie hin und her, bis es sich der Abstand richtig anfühlt, überlege, ob ich irgendwo ein dezentes Herz unterbringe. Die erste Idee war die Knospen im Vordergrund zu einem Herz werden zu lassen.
  1. Ich entscheide mich für ein Herz im Hintergrund und spiele mit der Form herum, nachdem ich mich dazu entschlossen habe Eheringe auf dem Zweig zwischen den Rotkehlchen unterzubringen. Ich schaffe für das Herz ein Konstrukt aus vier Ebenen und Schnittmasken und vertiefe dadurch die Farbe im Hintergrund. Sie wirkt jetzt kräftiger. Danach beginne ich mit der Koloration des Zweiges.
  1. Ein großer Schritt nach vorn: Alles hat jetzt seine Farbe. Das ist für mich immer der wichtigste Schritt – wenn alles koloriert ist, ist das Bild für mich in meiner geistigen Wahrnehmung halb fertig. Obwohl alles was jetzt kommt, meist sehr zeitintensiv ist: Ich arbeite die Linien und Ränder fein aus und versehe die gesamte Illustration mit ihren Schattierungen. Diese Arbeit macht den Unterschied – sie macht aus Gekritzel eine Illustration, die Schattierungen lassen das Bild dreidimensional wirken.
  1. Inzwischen habe ich die Skizze rausgeworfen. Im rechten Bild kannst du gut erkennen wieso: Dort wo die Skizze lag, sind die Einfärbungen ungenau, haben wackelige und zackige Kanten verursacht. Die muss ich nun fein nacharbeiten. Im rechten Bild sieht es schon etwas besser aus. Aber da ist noch viel zu machen.
  1. Hier bin ich mitten im Schattierungsprozess. Die Füße hab ich unterwegs im Eifer des Gefechts vergessen. 🤭 Mir ist in diesem Punkt aufgefallen, dass die Ebenen noch nicht ganz die richtige Reihenfolge haben. Die Schwänze der Birdies liegen noch vor dem Zweig. Das muss später natürlich noch geändert werden. Ich habe mir neue Farbkleckse zwischen die Vögel gesetzt. Sie dienen mir als Stütze – welchen Rotton habe ich für die Schattierungen genutzt. Augen und Schnäbel, also die Gesichter der Rotkehlchen, wollte ich in dieser Illustration zum Schluss machen, wenn die Körper eingefärbt sind, damit ich das Grau des Rückens und das Braun von Flügeln und Schwänzen mit der Farbe von Schnäbeln und Augen abstimmen kann.
  1. Fertig. Das war das letzte Bild, dass ich in diesem Prozess gemacht habe. Wir blicken auf elf Stunden Handarbeit hinab. (Smiley). Ich bin an diesem Punkt sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Hinterher habe ich noch ein wenig an den Ringen und den Krallen gearbeitet und noch hier da einen Pixel wegradiert oder hinzugefügt. Danach habe ich die Datei für die Druckerei gespeichert und dort hochgeladen.
  1. Und so sah das Ergebnis dann aus: Ein warmes Rotkehlchen Motiv für eine Hochzeit. Das sanfte Farbthema des Zweiges habe ich auf die Innenseite gezogen und eine kleine Version des gesamten Motivs noch auf die Rückseite gesetzt. Um das Design nicht zu stören, habe ich mein Logo auf die Rückseite gesetzt und darunter meine Website, kurz und knapp.

Es fühlt sich für mich immer noch jedes Mal ein kleines bisschen magisch an, wenn die Illustration auf einmal fertig ist. Wenn das Ergebnis eine warme Komposition ergibt und auf Papier so richtig „echt“ wird. Die Rotkehlchen sind jetzt bereit auf ihre Hochzeit zu flattern.

Ich hoffe, dieser Einblick in meinen Arbeitsprozess hat dir gefallen. Wenn du mehr dieser Workarounds sehen willst, komm häufiger vorbei oder melde dich zu meinen „Cozy Letters“ an, dann informiere ich dich sobald es den Nächsten gibt.

Ich freue mich, dass du hier warst. Hab einen wundervollen Tag voller besonderer Momente. ☕ Wir sehen uns…

Illa 🧡

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